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Aktienbörse China – Ein kategorisierter Börsenmarkt

Do, Nov 29, 2007

Emerging Markets

Trotz der seit 20 Jahren von beeindruckenden Zuwachszahlen geprägten chinesischen Wirtschaftsleistung entwickelte sich der chinesische Aktienmarkt in der Vergangenheit nur langsam. Zwischen 1949 und 1979 waren die Börsenplätze in China sogar noch geschlossen.

Erst in den achtziger Jahren, parallel zur ökonomischen Öffnung des Landes, wurden regionale Handelsplattformen für Aktien, so genannte “Over the Counter-Märkte”, eingerichtet. Bis Anfang der neunziger Jahre entstanden über 1000 solcher Plattformen. Die Unüberschaubarkeit der geschäftlichen Aktivitäten an diesen Standorten öffneten der Manipulation Tür und Tor, so dass der Staat einschritt und die Handelsaktivitäten mit Wertpapieren auf die beiden neu gegründeten Börsenplätze Shanghai und Shenzhen konzentrierte.

Von freiem Aktienhandel, wie es an den Weltbörsen üblich ist, kann allerdings noch nicht die Rede sein. Die ausgegebenen Aktien werden in verschiedene Kategorien eingeteilt und unterliegen, je nach Wertpapierkategorie, unterschiedlichen Zugriffsbeschränkungen.

A-Aktien beispielsweise dürfen nur von Inlands-Chinesen erworben werden. Die Abrechnung erfolgt in der chinesischen Landeswährung Renminbi.

Ausländische Investoren müssen sich auf den Handel mit B-Aktien beschränken, die an der Börse Shenzhen auf US-Dollar, am Handelplatz Shanghai dagegen in Hong-Kong-Dollar notiert wurden. Diese Aktien wurden mit einem Bewertungsabschlag gehandelt. Anstatt chinesische Hongkong-Dollar-Aktien in Shanghai zu handeln, kauften ausländische Investoren ihre Aktien lieber gleich am Börsenstandort Hongkong. Als deutlich wurde, dass Chinesen den B-Aktienmarkt beherrschten, wenn auch illegal, wurde er auch für Inlandschinesen mit entsprechenden Devisenreserven freigegeben, was zu einer Korrektur der Bewertung führte.

LP-Aktien (Legal Person Shares) werden nur an bestimmte chinesische Institutionen ausgegeben. Anteile davon dürfen untereinander übertragen, aber nicht frei gehandelt werden.

Eine weitere Kategorie sind State Shares, die vom Staat an lokale Behörden und Staatsbetriebe übertragen werden. Der Reiz dieser Papiere liegt in der Hoffnung, dass sie später einmal durch eine Aufweichung der Kategorien frei handelbar sein werden.

Aktien chinesischer Unternehmen, die an internationalen Börsenplätzen gehandelt werden, laufen unter der Bezeichnung H-Aktien oder Red Chips. Ausländer, die direkt in China investieren möchten, handeln vorrangig mit diesen Papieren.




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