Abgeltungssteuer vermeiden – So gehts…
Ab dem Jahr 2009 vergreift sich der Staat stärker an Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen. Von dieser Praxis werden besonders Fonds und Aktien betroffen sein. Dann müssen nämlich rund 25% Abgeltungssteuer auf Kursgewinne abgedrückt werden. Die Haltefrist für Produkte, die ab 2009 gekauft werden, wird ebenso obsolet wie das Halbeinkünfteverfahren. Ferner gesellt sich zu der Abgeltungssteuer noch der Solidaritätszuschlag und die Kirchesteuer. Das heißt, dass dies bereits knapp 28% der Kapitalerträge für den Steuerzahler ausmacht.
Es gibt aber Lösungswege wie man diese Abgeltungssteuer umgehen kann: man muss sich ganz einfach noch in diesem Jahr dazu entschließen in Fonds und Aktien zu investieren. Denn wer sich bis Ende 2008 Wertpapiere zulegt und 12 Monate lang an ihnen festhält, kann sie anschließend weiterhin veräußern ohne dass eine Steuer erhoben wird. Experten raten allerdings, dass man dieses Wertpapier dann auch wirklich lange behalten solle ohne hin und her zu wechseln, weil sonst das Anlageverhalten beschränkt werde.
Doch gerade in unsicheren und turbulenten Börsenzeiten kann dies nicht immer gesichert werden. Mit Dachfonds allerdings kann man flexibel bleiben und dabei trotzdem Steuern sparen. Dort werden aus einem Potpourri mehrere Fonds zusammengestellt, die dann unter einem Dach geführt werden. Dabei liegt der Vorteil darin, als das Fonds-Manager umschichten können ohne dabei Gefahr zu laufen Abgeltungssteuer zahlen zu müssen.
Trotzdem haben Experten auch hier kleinere Bedenken, da die Dachfonds etwas teurer sind, weil zu den Fondskosten auch noch Kosten für den Dachfonds hinzukämen. So würde man praktisch die doppelten Kosten zahlen. Den Vorteil, dass dieser Fonds dann etwas sicherer werde, steht gegenüber, dass er dadurch aber auch teurer sei. So solle man sich im Vorfeld vergewissern und analysieren, ob die Konstruktion am Ende noch profitabel ist.
Kostengünstiger kann man mit Indexfonds die Abgeltungssteuer umgehen. Indexfonds sind nämlich Fonds, die Indizes abbilden. Diese so genannten Exchange Traded Funds (ETFs) erhalten in Zukunft die gleiche Besteuerung wie alle anderen Fonds. Vorteil: erwirbt man noch im Jahr 2007 einen ETF, kann man diesen Fonds steuerfrei wieder verkaufen, wenn man ihn mindestens ein Jahr gehalten hat.
Auch hierzu gibt es natürlich eine Expertenmeinung, deren Credo lautet, dass natürlich jede Anlage risikobelastet sei, die Indexfonds seien davon aber am wenigsten betroffen. Denn die Indexfonds würden sich an einem breit aufgestellten Index orientieren, in denen die Risikostreuung schon enthalten ist und nicht an Einzelwerten. Im Gegensatz dazu ist es nun so, dass ein DAX orientierter Indexfonds auch dann Verluste macht, wenn der DAX mit Turbulenzen zu kämpfen hat.
Bei der Abgeltungssteuer gelten natürlich auch Sonderfälle. So werden Zertifikate einer strengeren Übergangsfrist unterzogen. Das heißt, dass Zertifikate, die nach dem 15.3.2007 angeschafft und über den 30.6.2009 gehalten werden, bereits der Abgeltungssteuer unterliegen.
In diesem Falle kann man mit einem Zertifikate-Fonds sein Portmonee schonen. Diese Fonds investieren in verschiedene Zertifikate und organisieren sich unter einer Fondshülle. Also ähnlich wie bei den Dachfonds.
Experten goutieren dieses Modell, da der Kauf und Verkauf innerhalb des Fonds mit Zertifikaten steuerfrei bleibt. Trotz allem macht man sich auch hier von einem Fonds-Manager abhängig und zahlt auch bei diesem Fonds besondere Gebühren.


Mai 16th, 2008 um 5:45 pm
In ihrer aktuellen Ausgabe stellt FOCUS Money Swap-ETFs (Indexfonds) als weitere Möglichkeit vor, die Abgeltungssteuer zu umgehen und auch 2009 sowie in späteren Jahren nicht nur Kursgewinne steuerfrei vereinnahmen zu können, sondern auch Dividenden. Das wäre meiner Meinung nach eine weitere Möglichkeit, die man dem Anleger an die Hand geben und die er bei der Sichtung und Anpassung seines Portfolios berücksichtigen könnte.