Entwicklung und Konsequenzen der aktuellen US Immobilienkrise
Do, Okt 23, 2008
Kein Ende in Sicht bei der Finanz- und Immobiliekrise
Anfangs wirkte es noch so, als die derzeitige Krise auf dem Finanzmarkt ein rein amerikanisches Problem. Die Banken und Hypothekenfinanzierer hatten über Jahre hinweg ausgesprochen günstige Kredite an Hausbesitzer in spe vergeben, damit diese sich den Traum vom Eigenheim erfüllen konnten. In kleinen Schritten wurde jedoch allmählich erkennbar: Hier kommt ein regelrechter Super-Gau auf die gesamte Weltwirtschaft zu, dessen endgültige Ausmaße selbst heute noch längst nicht absehbar sind. Sukzessive verschlechterte sich die weltweite Lage. Erst nur auf dem Immobiliensektor. Tausende amerikanische Haushalte sahen sich gezwungen, ihr vermeintliches Wohneigentum an die Banken zurückzugeben und wohl noch Jahre später ihre Schulden für die so als so sicher geltenden Kredite abstottern zu müssen. Willkommen in der so genannten Subprime-Krise.
Heute wissen wir: Die Krise hat inzwischen die gesamte Welt ereilt. Amerika, Europas große Wirtschaftsnationen wie Deutschland und Russland, ja, selbst die Schwellenländer wie China und Indien befinden sich mitten in einer Momentaufnahme des Umbruchs, dessen Ende ungewiss ist.
Der Grund? Die weltweite Börsenlandschaft – so wenigstens sehen es die Kritiker der derzeitigen Marktwirtschaft – hat sich Stück für Stück von der realen Wirtschaft entfernt und mit Geldern spekuliert, die es in dieser Weise eigentlich gar nicht gibt. Banken haben sich untereinander Kredite zugeschanzt. Solange, bis das Vertrauen in die eigene Branche auf dem Nullpunkt angekommen war und niemand mehr angeschlagenen Mitbewerbern Kredite gegen wollte.
Staatliche Haftung nach Jahren der gewünschten Unabhängigkeit
Und urplötzlich rufen die Vorstände der Global Player, der Banken, nach staatlicher Intervention, um der Wirtschaft wieder mehr Halt und Stabilität zu ermöglichen. Was vor Jahren undenkbar gewesen ist, nimmt in den USA seinen absonderlichen Gang. Der Staat bringt Rettungspakete auf den Weg in Größenordnungen, bei denen der Verbraucher nur staunen und mit dem Kopf schütteln kann. Allein in Deutschland sah sich die Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel genötigt, Finanzsummen in Höhe von einer halben Billion Euro für Garantien, Kapitalerhöhungen und andere Sicherheiten bereitzustellen, um Banken wie die Hypo Real Estate am Leben zu halten. Nicht anders sieht es in Übersee aus. Zunächst ging es nur um die in Misskredit geratenen halbstaatlichen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac, die mit Rettungsmaßnahmen der Regierung Bush vor der Insolvenz gerettet werden mussten. Schon kurze Zeit später war es die Investmentbank Lehman Brothers, die stellvertretend für eine ganze Branche staatliche Gelder in Milliardenhöhe in Anspruch nahm. Auch aus Deutschland. Zu einem Zeitpunkt, als längst nichts mehr zu retten war.
Muss der Bürger die Risiken tragen?
Fraglich in diesen stürmischen Zeiten im Bankensektor ist nun: ist es richtig, dass die Bürger – denn niemand anders haftet letztlich als Teil des staatlichen Kollektivs für die bereitgestellten Summen – die Konsequenzen dafür tragen, dass mit hochspekulativen Geschäften in reinster Laissez-faire-Mentalität mit dem Geld der Bankkunden fehlgewirtschaftet wurde. Mit dem Ziel, dass neben den Banken selbst die hart verdienten Einlagen der Bankkunden gesichert werden können?
Die Antwort auf diese Frage ist in den verschiedenen Lagern umstritten. Sicher ist nur, dass sich zukünftig etwas ändern muss. Die geplanten Regulierungen im Bezug auf Managergehälter und stärkere Kontrollmechanismen in den Aufsichtsgremien werden sicher nur der erste Schritt zur Lösung des Problems sein können.
Tags: Finanzkrise, Immobilienkrise, Subprime-Krise, USA


Oktober 25th, 2008 um 5:15 pm
Ich würde mich freuen, wenn die Krise endlich beendet wäre, und wenn die Schuldigen ihre ganzen Einnahmen und Bonusvergütungen wieder abgeben müssten…
November 13th, 2008 um 1:50 pm
das ganze ist doch nur panik, wenn die händler endlich aufhören würden zu verkaufen würde es wieder mit allem bergauf gehen. leider müssen aus leute wie die wirtschaftsweisen immer wieder schlechte nachrichten verbreiten, ich wette wenn diese mal gute nachrichten erzählen würden dann hätten wir plötzlich nur noch grüne vorzeichen!
noch etwas: ich war in letzter zeit einigemale in diversen einkaufszentren und schwedischen einrichtungshäuser und mir ist augefallen das die leute wie verrückt einkaufen, überrall und alles, ob essen oder möbel, die leute kaufen und kaufen, wo geht es uns schlecht? die parkplätze reichen nicht mal aus, es geht nicht mehr!
warum wird immer davon erzählt das die leute sparen.
ich hoffe das diese panikmache aufhört!
danke.
Dezember 30th, 2008 um 2:37 pm
Die Auswirkungen sind alle noch gar nicht abzusehen – wir werden noch viele böse Überraschungen erleben.
Man siehe sich England an…..
Die Krise hat die Insel wesentlich fester im Griff als den Euroraum. Die Rezession wird aller Voraussicht nach schlimmer ausfallen, am in den vergangenen Jahren aufgeheizten Immobilienmarkt purzeln die Preise und das britische Pfund verliert massiv an Wert. Innerhalb von zwei Monaten hat der Euro gegenüber dem Pfund um fast ein Viertel zugelegt. Die Euro-Skepsis ist auf der Insel der Angst vor der weiteren Abwertung der eigenen Währung gewichen.
Noch größere Sorgenfalten treibt den Briten die anziehende Arbeitslosigkeit auf die Stirn. Bestes Beispiel für den Abstieg des Landes ist die Situation in der Londoner Innenstadt. Vor einem Jahr noch als das mächtigste Finanzzentrum der Welt gefeiert, sorgt es heute mit Massenentlassungen von Bankern für Schlagzeilen. Für 2009 werden weitere 40.000 Entlassungen allein in London prognostiziert, nicht nur in der Finanzbranche. Einzig die Psychotherapeuten erleben dort derzeit einen nie dagewesenen Kundenansturm.
Hier hab ichs gefunden:
http://www.sharewise.com/news_articles/2611-Aktien-FTSE100-Geld
Januar 28th, 2009 um 7:34 pm
grad wird alles negative ausgeblendet – mal schauen noch wie lange das so gehen kann.
verluste können nicht ewig dem steuerzahler aufgeladen werden.
gruss
eachtradingday
Januar 29th, 2009 um 12:52 pm
Wenn ich in die Stadt gehe, stelle ich auch eher fest, dass die Leute eher MEHR kaufen als je zuvor. Entweder ist die Krise nur noch nicht angekommen, oder aber es ist wirklich alles halb so wild, wie es dargestellt wird.
November 19th, 2009 um 2:25 pm
Also die Krise an sich ist natürlich sehr schlimm, aber wenn ich sehe wie wieder an der Börse spekuliert wird und wie der DAX sich kontinuierlich erholt, dann wundert mich das schon. Die nächste Blsae kommt bestimmt:(
Dezember 6th, 2009 um 5:52 am
@Börsenblog
Ich würde nicht behaupten, dass die Börse überbewertet ist bei rund 11.000 Punkten im Dow Jones. Ich glaube vielmehr, dass der Markt überverkauft war im März/April 2009 bei 6.500 Punkten. Daher hat es auch so viele Käufe durch Insider in dieser Zeit gegeben. Insbesondere Bewertungskennziffern wie das Kurs-Buch-Verhältnis haben eine massive Unterbewertung aufgezeigt.