Wieso bieten die Banken so hohe Tagesgeld-Zinsen?
Mi, Feb 11, 2009
Die herrschende Frage vieler Laien ist derzeit, wieso die Zinsen beim Tagesgeld oder festverzinsten Geldanlagen derzeit so rapide im Sinkflug sind. Dabei sollten sie sich eigentlich eher wundern, warum die Zinsen vergleichsweise hoch angesiedelt sind, obwohl die Europäische Zentralbank erst kürzlich wieder eine Absenkung des Leitzinssatzes umgesetzt hat und EZB-Chef Trichet und seine Kollegen schon wieder über eine erneute Absenkung des Leitzins nachdenken, um die europäische Wirtschaft zusätzlich zu stärken.
Die Banken bieten nach wie vor zum Teil deutlich mehr als 4 Prozent für das Geld der Kunden, die sich für ein Tagesgeldkonto entscheiden. Der Leitzins jedoch liegt bei nur noch 2,00 %. Erklären lässt sich diese gängige Praxis der Banken ganz einfach, wenn man sich vergegenwärtigt, was das Kapital der Kunden für die Banken eigentlich ist. Nichts anderes nämlich als ein Kredit, der den angeschlagenen Geldinstituten gewährt wird.
Mit dem einzigen Unterschied, dass in diesem Fall nicht die Geldgeber den Zinssatz festlegen, sondern die Banken selbst. Da die Banken derzeit – wohl die Ironie des Schicksals – untereinander aufgrund fehlender Kreditwürdigkeit keine oder nur sehr selten Kredite vergeben, sind sie auf das Kundengeld angewiesen. Und so gewinnt das Unternehmen die Gunst der Anleger, dass die besten Angebote für Tages- und Festgeld bereitstellt.
Tags: Banken, EZB, Kapital, Kredite, Kreditwürdigkeit, Kunden, Leitzins, Zinsen


Februar 13th, 2009 um 11:19 am
Es gibt nur noch wenige Banken, die 4 % Zinsen auf Tagesgeld zahlen. Lässt man ausländische Anbieter mit ihrer nicht-deutschen Einlagensicherung weg, bleibt noch die Mercedes-Benz und die VW-Bank übrig.
Viele große Banken zahlen nur noch 2 bis 3 Prozent.