Regierung erwartet nur für 2009 BIP Minus
Mi, Apr 29, 2009
Als die ersten Analysten in Deutschland im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Prognosen von einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von wahrscheinlichen fünf Prozent sprachen, schüttelte vor allem Finanzminister Peer Steinbrück mit aller Vehemenz den Kopf. So schlimm würde es schon nicht werden trotz aller negativen Anzeichen einer weltweiten Wirtschaftskrise. Nun ist es die Bundesregierung selbst, die ihre Prognosen erneut für das Jahr 2009 korrigieren muss.
Seit Bestehen der Bundesrepublik musste noch keine andere Regierung derart schwarze Zahlen veröffentlichen. Zurückgehende Exporte, wieder deutlich mehr Arbeitslose. Das BIP wird nach den Vorhersagen, die Wirtschaftsminister zu Guttenberg nun veröffentlichte, um rund 6,0 % einbrechen. Bis dato waren die Wirtschaftsexperten der Regierung von einem BIP-Minus von nur etwa 2,25 Prozent ausgegangen. Doch angesichts der Erwartungen bemüht sich der Minister um eine Beruhigung der schlechten Stimmung im Land. Schon 2010 könnte mit 0,5 % wieder ein geringes Wachstum erzielt werden.
So soll 2009 eine echte wirtschaftliche Ausnahme sein, nachdem selbst im vergangenen Jahr ein Wachstum zu beobachten war. Dass die Prognosen mehr mit Zuversicht und Hoffen zu tun haben als mit wissenschaftlicher Fundiertheit bestreitet der Minister jedoch nicht grundsätzlich. Man müsse optimistisch nach vorne sehen, um der Krise zu begegnen. Den rund 450 000 zusätzlichen Arbeitslosen in Deutschland infolge der Einbrüche aus 2008 wird dieser Zweckoptimismus vermutlich fehlen.
Tags: Arbeitslose, BIP, Deutschland, Export, Regierung, Steinbrück, Wirtschaft, zu Guttenberg


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