Kosten durch Kurzarbeit für Unternehmen nicht zu unterschätzen
Mo, Aug 17, 2009
Grundsätzlich bezeichnen die Unternehmen, die seit Herbst 2008 die Angebote des Staates zur Kurzarbeit genutzt haben, das Modell als einen Schritt, der ihnen wirtschaftlich schwere Lasten abgenommen hat in einer Zeit, in der sonst nur umfangreiche Entlassungen die Folge gewesen wären. Doch aus einem anderen Blickwinkel hat die Maßnahme Kurzarbeit, die rund 1,4 Millionen deutsche Arbeitnehmer betrifft, wie jede Medaille auch ihre Kehrseite.
Denn auch wenn die Bundesagentur für Arbeit den Löwenanteil der Kurzarbeitskosten übernommen hat und auch weiterhin übernimmt, die Kosten für die deutschen Unternehmen durch die erzwungene Arbeitspause sind erheblich. Die Forschungsinstitut IAB der BA aus Nürnberg spricht in dieser Sache von bis zu 6,2 Milliarden Euro Kosten für die Betriebe, die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt haben. Das Minimum beziffern die Experten auf immerhin 4,2 Milliarden Euro. Nach den derzeitigen Erhebungen des IAB liegt der Anteil an den durch Kurzarbeit verursachten Kosten für die Arbeitgeber bei einem Prozentsatz zwischen 24 und 35 Prozent der Personalkosten.
Dieser Höchstsatz kann im Einzelfall bei fast der Hälfte liegen, denn für Tarifurlaub oder Feiertagskosten kommt der Staat nicht auf. Das IAB betont aber erneut, dass Kurzarbeit für die Betriebe vor allem einen Nutzen hat, denn nur so sei es möglich, die Mitarbeiterschaft zu halten, wenn die Auftragslage wie in den vergangenen beiden Jahren drastisch einbricht. Die Angst vor einer Entlassungswelle in Deutschland bei weiterhin schlechten Wirtschaftsprognosen bleibt bei den Experten im Hinblick auf dem kommenden Herbst aber weiterhin bestehen.
Tags: Arbeitgeber, Auftragslage, Bundesagentur für Arbeit, Entlassungswelle, IAB, Kurzarbeit, Unternehmen


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