HRE Enteignung steht unmittelbar bevor
Mo, Okt 5, 2009
Nun scheinen also tatsächlich die letzten Tage des bereits teilverstaatlichten Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate gezählt zu sein, zumindest bezüglich des Handels an der Deutschen Börse. Noch am heutigen Tage soll die Verstaatlichung endlich in sprichwörtlich trockene Tücher gebracht werden. Die Hauptversammlung war gekennzeichnet von Pfiffen und unzufriedenen Zwischenrufen der frustrierten HRE-Aktionäre, die sich im Zuge der Enteignung durch den Bund ungerecht behandelt und übervorteilt fühlen.
Im Münchener Kongresszentrum findet die letzte öffentliche HRE-Hauptversammlung statt, mit bekanntem Ausgang. Dennoch bezeichnen viele Anteilseigner die Enteignung als Skandal, schon allein aus dem Grund, weil die Quartalszahlen in den Bilanzen der Hypo Real Estate zuletzt scheinbar keine tatsächliche Schieflage der Bank erkennen ließen. Kritik erntet der federführende Bundesfinanzminister Steinbrück auch aktuell wieder von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Er habe die Rechte der Aktionäre regelrecht mit Füßen getreten, so die Vorwürfe gegenüber dem SPD-Politiker.
Nahe liegend sei die Mutmaßung, dass die HRE-Abwicklung weniger die letzte Konsequenz gewesen sei, sondern dass die Enteignung schon frühzeitig als erwünschtes Endergebnis festgestanden habe. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Bund trotz aller Kritik in der dritten Hauptversammlung 2009 dank seiner eindeutigen Mehrheit im Umfang von 90 Prozent der HRE-Aktien den so genannten Squeeze-Out vornehmen und die Hypo Real Estate endgültig ganz in seinen Besitz bringen. Für die Aktionäre hat sich die finanzielle Situation erneut verschlechtert. Aktuell will der Bund je Aktie nur noch 1,30 Euro ausgeben, noch im Frühjahr dieses Jahres sollten die Anleger noch 1,39 Euro bekommen.
Tags: Aktionäre, Börse, Enteignung, HRE, Hypo Real Estate, Schutzbund, Squeeze-Out, Steinbrück, Verstaatlichung


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