Krise hat Zahl der Arbeitslosmeldungen deutlich erhöht
Mi, Okt 28, 2009
Positive Veränderungen nach der Krisenstimmung werden gerade vonseiten der Politik nur allzu gerne medial wirksam als Paradebeispiel für die Wirksamkeit der staatlichen Intervention mit Kurzarbeit und Konjunkturprogrammen breitgetreten. Wie es auf dem Arbeitsmarkt allerdings wirklich um Deutschland steht, will nun der Deutsche Gewerkschaftsbund mit einer aktuellen Studie deutlich machen. Mehr als 3,2 Millionen Arbeitnehmer waren seit Beginn der Krise vor knapp einem Jahr gezwungen, sich arbeitslos zu melden.
Verglichen mit dem Jahr zuvor entspricht dies einem Zuwachs bei den Neuanmeldungen von insgesamt 17,8 Prozent. Am härtesten trifft es der Studie zufolge die Berufstätigen im Bereich der Leiharbeit. Gut 430.000 Arbeitnehmer haben in dieser Sparte des Arbeitsmarktes in Deutschland ihren Job eingebüßt. Von allen Arbeitsverhältnissen mit Pflicht zur Sozialversicherung musste rund ein Neuntel die Arbeitslosmeldung vornehmen, so die Daten des DGB. Laut Wilhelm Adamy, dem Verfasser der Studie, liegt zudem eine erhebliche Fehldeutung der Arbeitsmarktsituation vor.
Das Entlassungsrisiko sei in Deutschland durchaus hoch und nicht so niedrig, wie es immer wieder von Politikern und Unternehmern betont wird. Dementsprechend groß ist der Widerstand von Gewerkschaftern hierzulande gegenüber möglichen Plänen zur Lockerung des Kündigungsschutzes der neuen Bundesregierung. Als sicherste Branche gegen Entlassungen präsentiert sich übrigens die Bankenbranche. Dort wird das Risiko einer Entlassung mit nur 0,2 Prozent angegeben.
Tags: Arbeitnehmer, Arbeitslosigkeit, Bankenbranche, Entlassungsrisiko, Finanzkrise, Leiharbeit, Politik, Sozialversicherung, Unternehmen


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