Bundesagentur für Arbeit bestätigt Missbrauchsverdachte bei Kurzarbeit
So, Jan 3, 2010
Nach Einschätzungen von Arbeitsmarkt-Experten konnten durch die bisherigen Kurzarbeits-Maßnahmen bundesweit gut 400 000 Arbeitsplätze gerettet werden. Trotz dieser positiven Verlautbarung werden die aktuellen Meldungen aber ohne Frage für deutliche Empörung sorgen. So laufen derzeit Medienberichten im Magazin Der Spiegel zufolge in ganz Deutschland Ermittlungen gegen fast 850 Unternehmen, die in Verdacht stehen, das staatliche Angebot der Kurzarbeit zu eigenen Gunsten missbraucht zu haben.
Die Bundesagentur für Arbeit soll bereits ihren regionalen Agenturen mit der eingehenden Prüfung beauftragt haben. Die vorliegenden Zahlen sind durchaus auf unangenehme Weise imposant. Denn von den Überprüfungen sollen acht von zehn Unternehmen mit einem Mitarbeiterstamm von unter 100 betroffen sein. Vorauseilend gab Frank-Jürgen Weise, seines Zeichens Chef der Bundesagentur für Arbeit, schon jetzt bekannt, dass unter den des Missbrauchs verdächtigen Konzernen und Betrieben keines im Deutschen Aktienindex (DAX) vertreten sein.
Ohnehin stuft der BA-Chef die Lage derzeit eher unkritisch ein. Denn vor dem Hintergrund der Zahl der Unternehmen, in denen die Kurzarbeit insgesamt genutzt wurde oder wird, mache die angegebene Menge weit weniger als ein Prozent aus. Inakzeptabel seien die Vorfälle, sollten sie sich am Ende bestätigen. Allzu große Sorgen müsse man sich aber dennoch nicht machen. Unter den mutmaßlichen Missbrauchs-Delikten gehen zwei von drei Fällen auf das Konto von Manipulationen an den Aufzeichnungen der erbrachten Arbeitszeiten durch die kurzarbeitenden Arbeitnehmer.
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