Deutschland verstärkt von russischem Öl abhängig
So, Jan 3, 2010
Welche Komplikationen es bringen kann, wenn ein Land in einem bestimmten Bereich allzu abhängig von anderen Nationen ist, hat sich nicht zuletzt im Verlaufe der Finanz- und Wirtschaftskrise gezeigt. In den vergangenen zwei Jahren konnten mehrfach regelrechte Domino-Effekte beobachtet werden, nachdem Unternehmen und Länder finanzielle Probleme angemeldet hatten. Das Thema Abhängigkeit ist auch Deutschland nicht gänzlich unbekannt.
Aktuelle Zahlen bestätigen: Mehr Öl aus Russland hat die Bundesrepublik in ihrer Geschichte zuvor noch nie bezogen. Über 35 Prozent der gesamten Importmenge an Rohöl erhält Deutschland mittlerweile aus Russland, wie den Rohstoffmeldungen am gestrigen Abend zu entnehmen war. Der deutsche Mineralölwirtschaftsverband scheint dieser Angabe nicht zu widersprechen. Die Zahlen weisen auf eine deutliche Entwicklung hin. In der Zeit von Januar bis Oktober 2009 war bei der Importmenge aus Russland ein Zuwachs von 2,9 Prozent zu beobachten.
Im Vergleich dazu die importierte Rohölmenge aus den Ländern der OPEC: Hier war im besagten Zeitraum verglichen mit dem Vorjahr ein erhebliches Minus von 10,7 Prozent verbucht. Noch auffallender ist der Rückgang der Ölmengen, die aus der Nordsee bezogen werden. Die schwindenden Reserven vor Ort haben zu einem Rückgang der Fördermengen um 19 Prozent geführt. Positiv zu vermelden für Deutschland sind hingegen die Kosten. der Rohöl-Preis lag im Import im Vergleich zu 2008 rund 40 Prozent niedriger.
Tags: Ölpreis, Deutschland, Import, Nordsee, OPEC, Rohöl, Russland


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