2010 grundsätzlich ohne Lohnerhöhungen?
Mo, Jan 4, 2010
Den Wunsch der Arbeitnehmer nach Lohnsteigerungen im neuen Jahr versteht man beim Deutschen Industrie- und Handelkammertag durchaus. Spielraum für die Realisierung dieser Träume sieht Hauptgeschäftsführer Wansleben allerdings dennoch nicht. Als „aufgefressen“ bezeichnet er die Margen, die für potentielle Lohnerhöhungen nötig wären. Beim DIHK sieht man insbesondere die zwar gut investierten, aber eben auch hohen Kosten für die Kurzarbeit bei den deutschen Unternehmen als Argument gegen Verbesserungen infolge der kommenden Lohnrunden.
Dennoch weisen viele Experten darauf hin, dass gerade in der jetzigen Krisenphase Anhebungen der Einkommen bei den Arbeitnehmern ein wichtiges Signal sein könnten für die deutsche Wirtschaft. Doch woher nehmen? Bei vielen Wirtschaftsinstituten – wie etwa dem Kölner Institut der deutschen Wirtschaft – ist man der Auffassung, dass es schlicht an den Mitteln zur Verteilung fehle. Dort hält man es für durchaus vorstellbar, dass in weiten Teilen der Wirtschaft im Jahr 2010 auf Korrekturen der Einkommen zugunsten der Arbeitnehmerschaft verzichtet wird.
Ähnlich sieht es auch Wolfgang Franz, der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Der ZEW-Chef ist allerdings der Ansicht, dass branchenintern geregelt werden müsse, ob und wie groß der Spielraum für Lohnverhandlungen ausfallen könne. Eine flächendeckende Lösung hält Franz für unwahrscheinlich.
Tags: DIHK, Franz, Kurzarbeit, Lohnerhöhungen, Unternehmen, Wansleben, Wirtschaft, ZEW


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