Chinas Behörden für deutsche Unternehmen zu neugierig?
Fr, Jan 15, 2010
So vollkommen neu wird die Situation der deutschen Unternehmen im Rahmen ihres Engagements in China nicht sein. Denn auch Deutschland ist bekanntlich eine Hochburg der Bürokratie und der Paragrafen-Dschungels. Dennoch haben die Firmen aus Deutschland im Reich der Mitte Grund zum Klagen. So scheinen die Behörden auf Weisung der Regierung keine Möglichkeit auszulassen, um vor der Zulassung der Unternehmen für den Binnenmarkt an geheime Daten und interne Informationen zu gelangen.
Will ein ausländisches Unternehmen in China aktiv werden, legen die Behörden im Land ein erhebliches Maß an Neugier an den Tag. Am stärksten betroffen von der behördlichen Wissbegierigkeit sind Unternehmen aus den Bereichen der IT-Technologie und des Maschinenbaus. Wenn diese eine Zertifizierung für China anstreben, verlangen die Anlaufstellen häufig von den Antragstellern, dass diese selbst extrem sensible Fakten bekannt geben. Beim Asien-Pazifik-Ausschuss des IT-Branchenverbandes Bitkom hält man diese Vorgehensweise für mehr als bedenklich. Nicht zuletzt auch für China selbst.
Denn für viele Unternehmen könnte dies Grund genug sein, um sich vom chinesischen Markt zurückzuziehen und andere Standorte zu bevorzugen, die weniger hohe Auskunftsbedürfnisse an den Tag legen als die Behörden in der Volksrepublik. Bei der Zweigstelle der EU-Handelskammer spricht man hingegen offen aus, worum es geht: So stellen Missbrauch und Spionage noch immer ein wachsendes Problem für Firmen aus dem Westen dar in China. Viele der gefragten Informationen seien schlicht nicht relevant für die Prüfung im Vorfeld der Zertifizierungen.
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