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Westeuropa fürchtet mehr Firmenpleiten

Do, Feb 4, 2010

Wirtschaft

Bisher war zumindest die deutsche Unternehmenslandschaft von der vormals befürchteten Welle neuer Insolvenzen weitestgehend verschont geblieben. Im neuen Jahr wird sich dies nach derzeitigen Prognosen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform allerdings doch deutlich ändern. Bis zu 40.000 deutsche Firmen könnten in den kommenden Monaten des Jahres 2010 in die Pleite abstürzen und einen entsprechenden Antrag beim Insolvenzgericht stellen müssen. In ganz Westeuropa wird sich die Lage der Erwartung nach in dieser Form verändert. Maximal 210.000 Firmen könnten Pleite machen in diesem Raum.

Auch eine aktuelle Studie des Unternehmens Ernst & Young geht davon aus, dass die leichte Wirtschaftsbelegung nichts daran ändern wird, dass der Mittelstand in Deutschland vor einem Anstieg der Insolvenzen steht. Rund 10 Prozent aller Unternehmen im Lande könnten im Bundesdurchschnitt mit Existenzproblemen konfrontiert werden, im Osten der Nation könnte es sogar jedes sechste Unternehmen sein. Frühestens 2012 – so die Einschätzungen der Experten von Ernst & Young – könnte Deutschland zur alten Produktivität aus Prä-Krisenzeiten zurückfinden. Bis dahin könnten selbst eigentlich gesunde Unternehmen durch die wirtschaftlichen Zusammenhänge in Schieflage geraten.

Diese Vorhersagen erklären auch, weshalb die Belebung bei den Unternehmen des Mittelstandes derzeit auf eher verhaltenes Echo stößt. Statt Expansion setzen etwa zwei Drittel der Unternehmen auf ihr eigenes Kerngeschäft. Schon 2009 war in Westeuropa ein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im Umfang von 22 Prozent zu beobachten gewesen. Besonders schwer getroffen im Vergleich sind Nationen wie Irland oder Spanien. Während der Zuwachs der Pleiten in Irland bei 80 Prozent lag, erlebte Spanien sogar eine beängstigende Verdopplung des bisherigen Wertes. Mit einem Anstieg von 16 Prozent liegt Deutschland somit relativ gut im Rennen.




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