Gläubiger gewähren Aufschub – Karstadt-Rettung darf länger dauern
Di, Apr 13, 2010
Bisher war als Stichtag für die Lösung des „Problems Karstadt“ der 30. April vorgesehen. Am gestrigen (wir berichteten an dieser Stelle ebenfalls) einigten sich die Geldgeber der maroden Warenhauskette im Rahmen der Gläubigerversammlung am Essener Hauptsitz des Unternehmens darauf, dass die Rettung des Konzerns zeitlich mehr Spielraum bekommt. Eine erfreuliche Entlastung für Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, der nun mehr Zeit bekommt, um zu verhindern, dass Karstadt in Einzelteile zerlegt werden muss.
Insgesamt 20.000 Mitarbeiter des Karstadt-Konzerns bangen an 120 Standorten seit Monaten bereits um ihre Arbeitsplätze. Die Zerschlagung wird unter Experten als bester Ansatz eingestuft, massive Kündigungen zu verhindern. Jenseits der zeitlichen Regelung für die Suche nach einem interessierten Investor für die Übernahme des Karstadt-Konzerns stimmten die Gläubiger dem ausgearbeiteten Insolvenzplan zu. Mehr Zeit für die Übernahme-Planungen: Das ist nicht nur für den Insolvenzverwalter ein gutes Zeichen. Auch für potentielle neue Eigentümer verbessern sich auf diese Weise die Möglichkeiten, eine Finanzierung für eine ganzheitliche Übernahme auf die Beine stellen zu können.
Für die Umsetzung der Verlängerung des Zeitfensters hatten sich vor allem das Konsortium Highstreet stark gemacht. Teilhaber dieses Unternehmens sind unter anderem Goldman Sachs und die Deutsche Bank. Das Konsortium selbst ist im Besitz eines großen Anteils der Immobilien, in denen Karstadt-Filialen beheimatet sind. Verwalter Görg selbst hofft nach wie vor, bis spätestens 23. April ein verbindliches Investoren-Angebot vorlegen zu können, um auf den zeitlichen Aufschub verzichten zu können.
Tags: Arbeitsplätze, Deutsche Bank, Gläubiger, Goldman Sachs, Highstreet, Insolvenzverwalter, Karstadt, Mitarbeiter, Zerschlagung


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