Nicht erst seit dem Ausbruch der internationalen Wirtschaftskrise hat es der Euro als Gemeinschaftswährung in Europa schwer. Frei nach dem Motto „der Prophet zählt nichts im eigenen Lande“ wird schon seit Jahren immer wieder darüber diskutiert, ob die Einführung des Euro seinerzeit die richtige Entscheidung war. Nicht minder häufig fordern Kritiker der Währung die Rückkehr zum früheren Modell mit vielen verschiedenen Währungen. Die Krise führte nur abermals dazu, dass die Diskussionen zusätzlich an Brisanz gewannen.
Doch die führenden Politiker Europas wollen nichts von derartigen Überlegungen wissen. Dies wurde am gestrigen Tage einmal mehr beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Ort Davos offensichtlich. Allen voran war es der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der dem Euro seine volle Unterstützung zusicherte. Der Politiker hielt eine flammende Rede, die eindeutig als Plädoyer für die Gemeinschaftswährung und gegen die kritischen Stimmen und Forderungen zu verstehen ist.
So sagte Sarkozy den bedeutungsschweren Satz „Der Euro buchstabiert Europa“, um deutlich zu machen, welche wichtige Rolle der Euro für die Mitgliedsländer der Währungszone spielt. Um nocht stärker zu betonen, welche Wichtigkeit er der Währung attestiert und dass er mit dieser Meinung nicht allein da steht, äußerte Sarkozy ergänzend, dass auch seine Freundin, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der gleichen Auffassung sei. Ebenso die anderen Länderchefs der Mitgliedsstaaten der Euro-Zone. Eine andere Lösung als den Euro, so der französische Präsident in seiner Rede, gibt es weder jetzt noch zu einem anderen Zeitpunkt.
Das Leid der deutschen Rentner könnte nach heutigen Meldungen endlich vorüber sein. Nach einigen Nullrunden war schon seit einiger Zeit bekannt, dass auch die Rentner endlich vom Aufschwung profitieren sollen. Eine erste Rentenanpassung war bereits beschlossene Sache für die gut 20 Millionen betroffenen Bürger. Nun könnte die erste geplante Anhebung der gesetzlichen Rentenleistungen möglicherweise aber erst der Anfang von insgesamt gleich der Erhöhungen sein.
Für 2011 und 2012 gehen die Analysten momentan von einer Rentensteigerung in einer Größenordnung von je knapp einem Prozent aus. Nicht viel, aber immerhin besser als eine erneute Stagnation, während die Kosten für Lebensmittel und andere Ausgaben stetig gestiegen sind und dies wohl auch weiterhin der Fall sein wird. Die Meldungen berufen sich durchgängig auf eine Schätzung, die das Bundeswirtschaftsministerium mit Bezug zur Entwicklung bei den Löhnen erstellt hat. Die Lohnentwicklung sind bekanntermaßen der wichtigste Faktor für die Berechnung möglicher Veränderungen bei den Renten im Jahr darauf.
Bei den Bruttolöhnen erwartet die Regierung für die Zeit von 2010 bis 2012 ein Plus von 2,2 Prozent. Für 2011 wurden 2,1 Prozent vorhergesagt. Dies wiederum ist die Folge der günstigen Entwicklungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Spätestens für Ende 2012 rechnen die Ministeriumsexperten mit einer Zahl von 40,5 Beschäftigten in Deutschland. Die nächste Anhebung der Rentensätze wird am 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten. Wie hoch die Korrektur genau ausfallen wird, will die Regierung wahrscheinlich erst im Frühjahr bekannt geben.
Als hätten die Verbraucher in Deutschland nicht bereits genug Probleme: Steigende Lebenshaltungskosten, höhere Kosten für die Krankenversicherungen samt Zusatzbeiträgen und die Prognosen zu einem Anstieg der Inflationsrate … nun veröffentlicht der Allgemeinde Deutsche Automobilclub ADAC zudem auch noch Zahlen, die darauf schließen lassen, dass die Autofahrer im Lande schon seit langer Zeit bei der Fahrt an die Zapfsäule deutlich mehr bezahlen, als dies eigentlich nötig wäre.
Der ADAC beruft sich auf eigene Berechnungen, bei denen es vor allem um die Rohstoffkosten sowie den Kurs des US-Dollars geht. Eigentlich, so die deutlich Kritik des ADAC, könnten die Mineralölkonzerne günstigere Konditionen anbieten, tun dies im eigenen Interesse aber nicht. Pro Tag zahlen die Autofahrer hierzulande für Benzin gut 4,25 Millionen Euro zu viel. Würde man die tatsächlichen Rahmenbedingungen auf dem Markt in die Preisgestaltung an der Tankstelle einbeziehen, lägen die Benzinpreise je Liter Kraftstoff bei durchschnittlich 2,5 Cent weniger als dies momentan der Fall ist.
Für jeden zusätzlichen Cent entstehen den Autofahrern Mehrkosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro pro Tag. Für die Experten des ADAC steht daher fest, dass Handlungsbedarf besteht. Die Anbieter begründen ihre Preispolitik hingegen mit dem Anstieg ihrer Gesamtkosten, die sie auch an den Kunden weitergeben müssen.
Wenn das Pech erst einmal Einzug gehalten hat, reißen negative Strähnen mitunter gar nicht wieder ab. Ein nicht gerade schönes Lied kann davon zum Beispiel der japanische Autohersteller Toyota singen. Schon mehrfach musste das Unternehmen in den vergangenen Jahren Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen, weil es zu verschiedenen technischen Problemen gekommen war. Nun muss der Hersteller nochmals zur Tat schreiten. In Medienberichten ist von 1,7 Millionen Autos die Rede, die der Autobauer international zurückrufen muss.
In Deutschland sind es jedoch bisher nur rund 24.000 Inhaber, die von der Aktion betroffen sind, wie dem aktuellen Infoschreiben des Herstellers vom heutigen Tage zu entnehmen ist. Dieses Mal geht es nicht um Komplikationen beim Gaspedal, sondern um die Direkteinspritzung bei Benzin-Motoren. Dafür soll es in diesem Fall gleich mehrere Probleme geben, die behoben werden müssen. Betroffen sind insgesamt 16 unterschiedliche Modelle der Toyota-Produktpalette.
Aufgetreten sind die Probleme bei Fahrzeugen, die in der Zeit von Frühjahr 2000 bis zum Herbst des vergangenen Jahres hergestellt wurden. Den größten Anteil an der Rückrufaktion nimmt der Heimatmarkt in Japan ein. Hier wurden gleich 1,2 Millionen Autos zurückgerufen. Die deutschen Fahrzeughalter werden innerhalb der nächsten Wochen vom Kraftfahrzeugbundesamt informiert, wenn ihr Fahrzeug kontrolliert werden muss. Für den Kurs der Aktie des Herstellers Toyota führten die Meldungen zum erwarteten Minus. Fast zwei Prozent büßte die Aktie zeitweise am heutigen Tage ein.
Die Anhebungen der Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen haben für langwierige Debatten in den Medien gesorgt. Schon früh rieten auch Politiker aus der Regierung den Verbrauchern dazu, von ihrem Recht des Anbieterwechsels Gebrauch zu machen. Anders als im Bereich der Stromtarife zeigen die ersten Auswertungen im Versicherungssektor, dass die deutsche Kassenpatienten diesen Aufforderungen durchaus Folge geleistet haben. Die Rede ist von Hunderttausenden Versicherungsnehmern, die ihre laufenden Policen gekündigt haben. Die Berichte gehen auf eine aktuelle Umfrage zurück, an der etliche Krankenkassen teilgenommen haben sollen.
Die Kunden wechselten im vergangenen Jahr dabei immer häufiger zu Anbietern, die auf die Erhebung der Zusatzbeiträge verzichten. Bei der DAK, der Deutschen Angestellten-Krankenkasse, spricht man von gut 460.000 Versicherungsnehmern, die innerhalb eines Jahres gekündigt haben, wie aus einem Bericht in der Leipziger Volkszeitung hervorgeht. Vielfach berufen sich die Versicherten auf Sonderkündigungsrecht, das durch die Zusatzbeitrags-Einführung in Kraft getreten ist. Die Kassen ohne Zusatzbeiträge freuen sich somit über einen regen Anstieg im Neukundengeschäft. Für die kommenden Monate können sich die Versicherten aber möglicherweise recht entspannt zurücklehnen. Denn neue Prognosen gehen davon aus, dass sich die gesetzlichen Krankenversicherungen von den wirtschaftlichen Rückschlägen der Vergangenheit erholen werden.
Der so genannte Schätzerkreis (zu dem neben Vertretern des Gesundheits- und Versicherungsamtes auch Vertreter des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen gehören) erwartet durch den neuen Gesundheitsfonds sowie den Sparbeitrag der Pharmaindustrie eine spürbare Entlastung der Versicherungen. Auch der Jahresabschluss für 2010 soll deutlich positiver ausfallen als bisher erwartet. Mit einer erneuten Einführung weiterer Zusatzbeiträge rechnen die Experten aus diesem Grund also für die kommenden Monate nicht. Derzeit geht der Schätzerkreis für das vergangene Jahr von zusätzlichen Einnahmen in Höhe von etwa 300 Milliarden Euro aus.
Spekulationen über die wahrscheinlichen Entwicklungen der Inflationsrate in Deutschland oder Europa allgemein sind schon seit Monaten an der Tagesordnung. Vor allem die steigenden Lebenshaltungskosten stellen inzwischen vor allem für die Geringverdiener in Deutschland eine ernste finanzielle Belastung dar. Doch neue Prognosen lassen durchblicken, dass vielleicht noch lange mit einem Ende der anhaltenden Teuerung zu rechnen sein könnte.
Nun äußert auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank in aktuellen Interviews Bedenken, dass uns ein fortgesetzter Inflationsanstieg zu befürchten ist. Thomas Mayer geht davon aus, dass die Inflationsrate noch über Jahre hinweg ansteigen könnte. Dies könnte die Folge der derzeitigen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sein. Denn dort bleibt man dem niedrigen Zinsniveau höchstwahrscheinlich auch weiterhin treu, denn in vielen Mitgliedsländern sind die wirtschaftlichen Probleme nach wie vor akut, so dass es für die EZB keine Alternativen zu der lockeren Politik gibt.
Für den Deutsche Bank-Chefökonom Mayer steht fest: Die Inflationsrate könnte bereits innerhalb der kommenden Jahre auf einen Wert von bis zu vier Prozent klettern. Dies jedoch könnte nur der Schritt auf dem Weg nach oben sein. Für denkbar hält der Experte noch ganz andere Szenarien. So spricht er im Gespräch mit der Bildzeitung von der Möglichkeit eines Anstiegs auf das Vierfache der derzeitigen Rate. Dies wäre sogar ein Wert von deutlich mehr als vier Prozent. Auch der Postbank-Chefvolkswirt Bargel sagt einen erheblichen Anstieg des deutschen Preisniveaus vorher, das möglicherweise für einige Jahre bestehen bleiben könnte.
Freitag, Januar 28, 2011
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