Viele Riester Sparer müssen ihre staatlichen Zulagen zurückzahlen
Mo, Apr 18, 2011
Die staatlich geförderte private Altersvorsorge namens Riester-Rente hatte es in den Anfangstagen nicht gerade leicht, sich bei den Verbrauchern durchzusetzen. Nach und nach ließen sich jedoch einige Millionen Bürger vom Nutzen der ergänzenden Absicherung als Quasi-Bonus zur staatlichen Rentenleistung überzeugen. Gerade weil die Riester-Rente den Rentensparern unter idealen Umständen pro Jahr einiges an Förderung einbringen kann. Schön und gut. Doch was wenn der Staat plötzlich erkennt, dass die Zulagen in vielen Fällen gar nicht berechtigt auf das Rentenkonto überwiesen wurden? Genau mit dieser Frage sehen sich nun aktuell rund 1,5 Millionen deutsche Sparer konfrontiert, die auf Anraten ihrer Berater eine Entscheidung zugunsten des Abschlusses eines Riester-Vertrags gefällt hatten.
Die so genannte Zulagenstelle des Bundes fordert diese Zulagen nach Aussagen der Verbraucherzentralen im Lande zurück. Je nach Start in die Riester-Sparphase können dies durchaus ordentliche Gesamtsummen sein, die im Einzelfall zurückgezahlt werden müssen. Die Verbraucherschützer weisen nun darauf hin, dass sich die Sparer nicht generell in ihr Schicksal fügen sollten, sondern schnell prüfen sollten, ob die Berater möglicherweise gewusst haben, dass die Förderung den Riester-Sparern eigentlich nicht zustand. Dies, so die Experten, sei durchaus keine Seltenheit, denn noch immer stehen die Provisionen für den Abschluss von Neuverträgen und Provisionen für laufende Riester-Verträge eher im Mittelpunkt der Beratungsgespräche stehen als Chancen und Risiken für die Kunden.
Berater müssten stärker als bisher ihrer Beratungspflicht nachkommen, heißt es beispielsweise in der Kritik der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Dazu gehört auch eine Verbesserung von Produkten. Immer wieder zeigte sich in der Vergangenheit in Vergleichstests, dass die Gesamtkosten für die Riester-Verträge bei etlichen Anbietern letztlich sogar höher ausfallen als die Zulagen, die der Sparer im bestmöglichen Fall vom Staat kassiert. Die Rückforderungen zeigen nun zudem, dass nicht nur Verbraucher, sondern eben auch die Berater und selbst die Spezialisten der Zulagenstelle Probleme mit dem System Riester haben. Denn andernfalls hätte es gar nicht so weit kommen können.
Tags: Altersvorsorge, Berater, Provisionen, Riester-Rente, Riester-Verträge, Verbraucher, Verbraucherzentrale, Zulagen, Zulagenstelle


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1 Trackbacks - Viele Riester Sparer müssen ihre staatlichen Zulagen zurückzahlen
April 19th, 2011 um 10:12 am
[...] ist es nach der Neueinführung von Prüf-Software für Riester-Sparverträge zu einer umfangreichen Rückforderungswelle für Riester-Zulagen gekommen. Der Bund als Fördergeldgeber will von 1,5 Millionen Riester-Sparern die Zulagen [...]
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