Die Adventszeit allein wird vermutlich nicht dafür verantwortlich sein, dass sich die Vertreter des Versandhandels in Deutschland so erfreut präsentieren zum Ende des Jahres 2010. Im Einzelhandel sind sie so etwas für die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs, wie die Zahlen des bvh Bundesverband des Deutschen Versandhandels aus dieser Woche erkennen lassen. Wirklich überraschend kommt diese Erkenntnis natürlich nicht, denn schon in den vergangenen Jahren konnte der Versandhandel stetig bessere Ergebnisse vorweisen. Möglich wurde und wird dies durch die Vertriebswege über das Internet.
Aus der aktuellen Hochrechnung des Verbandes werden die Versandhändler in diesem Jahr zum ersten Mal einen Umsatz mit einem Gesamtvolumen in Höhe von mehr als 30 Milliarden Euro erreichen. 30,3 Milliarden Euro sollen es in 2010 am Ende nach dem Weihnachtsgeschäft werden. Die bisherige Vorhersage sprach von einem wahrscheinlichen Gesamtumsatz von 29,9 Milliarden Euro. Für den Verband ist dieser Verbesserung der Prognose nicht weniger als ein „großartiges Ergebnis“. Hier zeigt sich nach Auffassung von Thomas Lipke, dem Präsidenten des Bundesverbandes des Deutschen Einzelhandels, dass die Händler im Versandbereich und im Web alles richtig gemacht haben.
Die Kunden fühlten sich wohl und nutzen verstärkt die Dienstleistungen dieser Sparte, so Lipke. Profitieren könne die Branche diesbezüglich vor allem von branchenübergreifenden Entwicklungen. Während vormals reine Online-Händler mittlerweile auch mit Filialen in den deutschen Fußgängerzonen vertreten sind, arbeiten die bisher als Katalogversender bekannten Unternehmen verstärkt auch auf die Möglichkeiten des WWW, indem sie eigene Online-Shops eröffnen. Der Verbandspräsident ist sich sicher, dass gerade der Versand per Internet weiterhin an Bedeutung gewinnen wird in den kommenden Jahren, weil die Kunden den bequemen Service zu schätzen wissen. 2010 besonders begehrt: Bekleidung sowie Medien ans den Bereichen Film, Musik und Literatur.
Die aktuellen Meldungen der Gesellschaft für Konsumforschung werden im Einzelhandel auf großes Interesse stoßen und vermutlich sogar Vorfreude auslösen. Schon seit Wochen fiebern die Händler auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft hin. Die neuen Ergebnisse des Nürnberger Marktforschungsunternehmens lassen nun berechtigte Hoffnung aufkommen, dass sich der Konsum in der letzten Phase des laufenden Jahres wie gewünscht entwickeln könnte.
Bereits zum sechsten Mal hintereinander fallen die Einschätzungen der Verbraucher nochmals optimistischer aus, wie das so genannte Konsumklima-Barometer der GfK erkennen lässt. Die Bürger gehen also auch weiterhin davon aus, dass sich Lage der deutschen Wirtschaft weiterhin verbessern wird. Im November stieg der Wert beim Barometer zum Konsumklima nochmals um 0,2 Punkte. Damit liegt der Index nun bei einem Stand von 5,1 Punkten. Die positiven Einschätzungen konnten bereits in vielen Bereichen des Handels zu einem steigenden Konsum führen. Und die Aussichten sind erfreulich. Die Gesellschaft für Konsumforschung erwartet für den kommenden letzten Monat des Jahres einen erneuten Anstieg des Index auf dann 5,5 Punkte.
Einen deutlichen Aufschwung erwarten die Verbraucher auch für die ersten Monate des Jahres 2011. Diese Prognosen beziehen sich nicht zuletzt auch auf die Entwicklungen der Einkommen. Diese Erwartungen wiederum sind größtenteils auf die offiziellen Aussagen der Regierung mit Bezug zum deutschen Arbeitsmarkt zurückzuführen. Schon im Oktober 2010 war die Arbeitslosenzahl in Deutschland auf unter drei Millionen gesunken. Aus Sicht der GfK wird sich die steigende Konsumbereitschaft der Verbraucher fortgesetzt zu einem wichtigen Grundpfeiler des Wachstum der Konjunktur im Lande entwickeln.
Mehr netto vom brutto – dieses Schlagworte bestimmte viele Debatten in den vergangenen Monaten, in denen es um die Forderungen der Interessenverbände nach höheren Einkommen für die Arbeitnehmer im Lande geht. Wenn es mit der Konjunktur bergauf geht, so die Gedanken der Arbeitnehmervertreter, müsse auch bei den Berufstätigen mehr Geld ankommen.
Dass den Deutschen im zweiten Quartal 2010 nun tatsächlich höhere Reallöhne zur Verfügung standen, lag nicht zuletzt an der geringen Inflationsrate mit einem Stand von 1,1 Prozent. Seit Beginn der Erhebungen der Reallöhne durch das Statistische Bundesamt im Jahr 2007 wurde in den Monaten April bis Juni das stärkste Wachstum verbucht. Nach Abzug der Inflationsrate blieben den Arbeitnehmern in dieser Zeit verglichen mit dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gut 2,3 Prozent mehr vom Lohn. Der durchschnittliche Bruttolohn an sich stieg also um 3,4 Prozent, wie das Bundesamt bekanntgab.
Gesunken waren die Reallöhne im Jahr 2009 in vielen Bereichen vor allem aufgrund der Maßnahmen im Bereich der Kurzarbeit, die bei den Unternehmen genutzt werden mussten, um die Krise zu überstehen. Am deutlichsten vielen die Reallohn-Verbesserungen einmal mehr im Finanzsektor und bei den Versicherungsdienstleistern aus. Auch die Mitarbeiter der Energieversorger durfte sich im zweiten Quartal dieses Jahren über überdurchschnittlich hohe Lohnzuwächse freuen. Weiterhin haben Mitarbeiter im Gastgewerbe die geringsten Einkommen.
Wie heißt es so schön: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Dieses Sprichwort scheint sich nun auch im Zusammenhang mit dem im Vorfeld als echter Meilenstein der Börsengeschichte bezeichnete Börsengang der viergrößten chinesischen Bank, der Agricultural Bank of China, zu bestätigen. Denn obwohl es mit dem Rekordbörsengang tatsächlich klappen könnte, präsentiert sich die Bank am Tag ihrer Erstnotierung als vergleichsweise harmlos und wenig spektakulär.
Zum Ende des Börsentages an der Börse in Shanghai wurden die Aktien des Bankenhauses zu einem Kurs in Höhe von nur umgerechnet 0,31 Euro gehandelt. Ein schwaches Debüt, denn der Kurs liegt nur knapp 0,75 Prozentpunkte über dem eigentlichen Ausgabekurs. Das hatte sich das Management der Bank mit Sicherheit doch etwas anders vorgestellt. Und auch für Analysten kommt diese minimale Veränderungen am ersten Handelstag ausgesprochen überraschend. Sie hatten mit Aufschlägen von mindestens fünf Prozent gerechnet, optimistische Erwartungen gingen sogar von einem bis zu 15 Prozent höheren Kurs der AgBank-Aktie aus.
Nun ist man entsprechend gespannt, wie sich die Aktie der Agricultural Bank of China am morgigen Tag bewähren wird. Denn es handelt es sich um eine so genannte Doppelzeichnung, Freitag startet die Aktie zusätzlich an der Börse in Hongkong. Der morgige Tag entscheidet also darüber, ob die Bank den erhofften Rekord schaffen kann. Bisher liegt der Erlös des Rekordbörsengangs bei umgerechnet 21,9 Milliarden US-Dollar. Dieses Ergebnis hatte die Industrial and Commercial Bank of China bereits im Jahr 2006. Die AgBank könnte es insgesamt auf 22,1 Milliarden US-Dollar schaffen, wenn alles erwartungsgemäß ablaufen sollte.
In den vergangenen Jahren hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – kurz OECD – über die Situation in Deutschland vielfach nichts Gutes zu berichten. Vor Augen hat wohl jeder noch die Position Deutschlands in der so genannten Pisa-Studie, die sich unter anderem mit dem Bildungsniveau von Schülern befasste und der Bundesrepublik doch einen Nachholbedarf attestierte. Doch aktuell darf man sich hierzulande endlich mal über positive Aussagen der OECD freuen. In diesem Fall geht es um die Arbeitslosenzahl in Deutschland. Zwar spricht die OECD in ihrem Beschäftigungsausblick von einer nach wie vor zu hohen Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland. Dennoch sieht es im Land verglichen mit vielen anderen Staaten der Organisation deutlich schlechter aus hinsichtlich der Arbeitslosigkeit.
Durchschnittlich lag die Arbeitslosenquote im vergangenen Mai bei 8,6 Prozent. Dieser Wert liegt um etwa drei Prozent über dem Wert, der in den Mitgliedsstaaten der Organisation vor dem Ausbruch der Krise gemessen worden war. 17 Millionen neue Stellen müssten in den Ländern insgesamt entsprechend geschaffen werden, um das frühere Niveau wieder zu erreichen, so der Bericht. 47 Millionen Arbeitslose gibt es derzeit in den Staaten der OECD, allerdings sind hierbei nur die offiziell registrierten Arbeitslosen erfasst. Die gute Nachricht: Deutschland konnte die Krise weitaus besser verkraften als viele andere Länder. Nach der üblichen Kalenderbereinigung konnte die Arbeitslosenquote in der Zeit von Dezember des Jahres 2007 bis Mai dieses Jahres um 0,9 Prozent auf nun 7,0 Prozent gesenkt werden.
Vor allem der Kurzarbeit schreibt man bei der Organisation in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle zu. Bis Ende September 2009 konnte die Kurzarbeit in Deutschland der Analyse zufolge rund 200.000 Arbeitsplätze sicher, die sonst wohl dem Rotstift in den Unternehmen zum Opfer gefallen wären. Trotz dieser positiven Veränderungen rät die OECD der Bundesregierung aber dazu, die Anforderungen für die Umsetzung von Kurzarbeitsmaßnahmen zurückzunehmen, sobald ein konjunktureller Aufschwung zu erkennen ist.
Während zur Mitte der Woche auch beim Deutschen Aktienindex DAX die Banken und andere Finanztitel als große Gewinner aus dem Tagesgeschäft gegen konnten, zeichnet sich derzeit in China ab, dass es mit dem Rekord an der Börse doch etwas werden könnte im Rahmen der Erstemission von Aktien der Agricultural Bank of China. 22 Milliarden US-Dollar wollte die Nummer vier unter Chinas Staatsbanken anfangs einnehmen, dann deutete sich plötzlich, das schwierige Börsenumfeld könnte dazu führen, dass doch einige Milliarden Dollar weniger eingenommen werden können.
Doch auf einmal mutmaßen die Börsenprofis erneut, dass ein neuer Rekord in der Luft liegen könnte für die bekannte Landwirtschaftsbank. Am heutigen Tage sollen die genauen Einzelheiten zum Börsenstart bekannt gegeben werden, doch erste Anzeichen in Richtung Rekord sind bereits am Ende der so genannten Preisbildungsphase zu vernehmen gewesen. So werde der Kurs der Aktie an der Börse von Schanghai vermutlich für einen Kurs von 0,32 Euro ausgegeben, was am oberen Ende der vormals angegeben Spanne des möglichen Kurses läge. In Hongkong – dem anderen Standort für die lang erwartete Doppelemission – erwarten Analysten mit 3,20 Hongkong-Dollar zwar eher einen Emissionspreis im unteren Sektor der Preisspanne.
Bei der ABC-Bank dürfte man sich also über einen Mindestumsatz in Höhe von 19,3 Milliarden Dollar durch die Börsengänge freuen. Dieser Erlös könnte durch die so genannte Mehrzuteilungsoption weiter steigen, denn die Wertpapiere der Agricultural Bank of China sind mehrfach überzeichnet gewesen. Am Ende könnte also tatsächlich ein Gesamterlös in Höhe von 22,2 Milliarden Dollar stehen. Zumindest nominal wäre dies ein neuer Rekordwert.
Montag, Dezember 13, 2010
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