Während die deutsche Bundeskanzlerin sich zumindest in der derzeitigen Situation eindeutig gegen etwaige finanzielle Unterstützungen für die angeschlagene Volkswirtschaft Griechenlands ausspricht, kritisiert der Jean-Claude Juncker, der Ministerpräsident Luxemburgs und zugleich Chef der Eurogruppe, die Arbeitsweise viele Finanzjongleure, die derzeit mit Spekulationen gegen Griechenland nicht gerade zu einer wirtschaftlichen Entspannung der Lage beitragen. Juncker belässt es jedoch nicht bei seiner Kritik, sondern droht den Spekulanten zugleich mit möglichen Sanktionen, wenn sie von ihrer momentanen Praxis nicht abzulassen bereit seien.
Die nötigen „Werkzeuge zur Folter“, wie es Juncker in einem aktuellen Interviews mit dem Handelsblatt nennt, habe man zur Hand, um politisch intervenieren zu können. Sollten die Finanzmärkte also nicht endlich zur Vernunft kommen, während Griechenland seine Auflagen und Vorgaben erfüllt, sollten sich die Märkte darauf einstellen, mit erheblichen Sanktionen belegt zu werden. Juncker betont einmal mehr, dass die Politik nur dann erpresst werden könne, wenn sie dies mit sich machen ließe. Genaue Aussagen zu den möglichen Sanktionen von Seiten der EU gegen die Spekulanten trifft der Chef der Eurogruppe nicht. Klar ist jedoch, dass die klaren Worte nicht zuletzt auch in Richtung der Banken gingen.
Im gleichen Gespräch spricht sich der Politiker aber erneut gegen eine Hilfsleistung für Griechenland durch den Internationalen Währungsfonds IWF aus. Nicht weil derartige Hilfen generell undenkbar wären, doch außer technischer Unterstützung bei der Umsetzung der Vorgaben sei keine weitere Hilfe nötig. Auch von einer bewussten Inkaufnahme einer höheren Inflation hält der luxemburgische Ministerpräsident wenig. Dieser Vorschlag war ebenfalls aus den Reihen des IWF aufgekommen.
In den vergangenen Monaten hat sich im Bereich der üblichen Dienstleistungen auf dem Bankensektor eine ganze Menge für die Kunden verändert. Im Zuge der Einführung europaweit geltender Regeln wurden viele bisherige Vorschriften abgeschafft oder wenigstens deutlich korrigiert. Nicht generell kann in diesem Punkt davon gesprochen werden, dass die Neuregelungen ausnahmslos positiv für die Verbraucher gewesen seien. So müssen die Bankkunden inzwischen sehr genau prüfen, ob sie die richtigen Kontonummern und Namen der Kontoinhaber angegeben haben.
Liegt ein Fehler vor, wird das Geld heute dennoch angewiesen; die Kunden selbst müssen sich im Falle eines Fehlers selbst um die Rückabwicklung kümmern. Vor allem grenzübergreifend mitunter kein ganz leichtes Unterfangen. Hier kann kaum von einer vorteilhaften Veränderung der Sachlage gesprochen werden. Problematisch ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Durchführung von Überweisungen mit falschen Daten auch Kriminellen neue Möglichkeiten eröffnet hat. So zum Beispiel im Falle der Ein-Cent-Überweisungen, vor denen das Verbraucherschutzministerium dieser Tage eindringlich warnt. Hierbei machen sich die Täter das Zufallsprinzip zunutze. Sie überweisen willkürlich einen Cent auf mutmaßlich vorhandene Konten und warten ab, ob die Überweisung durchgeführt wird. Ist dies der Fall, wissen die Betrüger, dass das Konto vorhanden ist und machen sich daran, die betreffenden Konten um teils hohe Summen zu erleichtern.
Der Rat für Kunden: Lesen Sie Ihre Kontoauszüge ausführlich durch. Auffallende Überweisungen mit einem Überweisungsbetrag von einem Cent oder anderen nicht zuordnungsfähigen Summen sollten zügig an die Banken gemeldet werden. Die Institute selbst übernehmen keine automatisierten Überprüfungen von Überweisungen. Früher jedoch konnte ein falscher Name des Kontoinhabers zu einer Stornierung der Überweisung führen. Mittlerweile ist dies keine Hürde mehr für Kriminelle. Ebenfalls problematisch: Auch Bezahldienstleister oder Spendenorganisationen nutzen diesen Weg immer wieder zur Identitätsprüfung ihrer früheren Kunden und Spender. Klarheit bringt spätestens die Überprüfung durch die Banken.
Was immer auch die Prognosen der renommierten Wirtschaftsinstitute derzeit verkünden mögen. Alle positiven Einschätzungen ändern nichts am Unwohlsein, dem sich nicht nur die deutschen Arbeitnehmer derzeit und wohl noch lange ausgesetzt sehen. Auf sich selbst bezogen fürchtet etwa ein Fünftel der Arbeitnehmer um den Fortbestand des eigenen Arbeitsverhältnisses. Auf den Partnerin oder die Partnerin gerichtet, liegt die Angst mit 27 Prozent sogar noch deutlich höher.
Wie sorgenvoll die Verbraucher die Entwicklungen für die Zukunft betrachten, wird anhand der Ängste um die eigenen Kinder deutlich. Hier machen sich sogar 36 Prozent der befragten im Rahmen einer Studie der Europäischen Union gravierende Sorgen, wie sich die Krisenphase noch entwickeln könnte. Dass die europäische Wirtschaft bereits das Schlimmste hinter sich haben könnte, vermuten nur die wenigsten in Europa. Die Deutschen zeigen sich im Rahmen dieser Studie sogar noch relativ optimistisch.
Im Durchschnitt befürchten rund 38 Prozent der Europäer, dass ihr Partner seinen Arbeitsplatz verlieren könnte. Sechs von zehn Befragten in der EU prognostiziert der Krise noch eine deutlich längere Laufzeit, ein vorzeitiges Ende sehen die Verbraucher nicht für die Wirtschaftskrise. Extrem präsentieren sich die Zahlen in Spanien. Dort fürchten 65 Prozent um ihren Job. Aus nahe liegenden Gründen, denn dort liegt die Arbeitslosenquote aktuell mit mehr als 18 Prozent am höchsten in der EU.
Dass es die internationalen Wirtschaftsstandorte schon in ein paar Wochen geschafft haben werden, davon geht sicher niemand aus. Doch beim quartalsweise publizierten Indikator zum Klima der Weltwirtschaft aus dem bekannten Ifo-Institut zeichnet sich bei den Umfrageteilnehmern aus Wirtschaft und Forschung allmählich ein wenig Ruhe ab.
Insgesamt gab der Wert zwar deutlich von bisherigen 60 Punkten auf einen Wert knapp über 50 Punkten nach im Indikator des Münchner Institutes. Der ebenfalls abgefragte Indikator zu den Erwartungen der Befragten konnte sich jedoch seit gut 1,5 Jahren erstmals wieder nach oben entwickeln. Um 1,6 Punkte kletterte der Erwartungswert, der zuletzt immer weiter sank. In der Krise ist Stabilisierung bekanntlich besser als zunehmende Verluste, so auch bei den Ifo-Umfragewerten.
In jedem neuen Quartal befragen die Mitarbeiter des Institutes über 1000 Fachkräfte in mehr als 90 Ländern nach ihren Meinungen zur wirtschaftlichen Lage. Die momentane Situation kommt bei diesen Anfragen alles andere als gut davon: Mit einer Einstufung bei nun 45,7 Punkten findet sich der Wert fast 22 Punkte unter dem Stand des letzten Quartals ein.
Rund um die morbide Aufstellung des Immobilienfinanzierers geisterte der Begriff der Enteignung schon seit einigen Wochen durch die Zeitungen. Nun hat das Kabinett der Kanzlerin in Berlin tatsächlich Nägel mit Köpfen gemacht, um die Hypo Real Estate kontrollieren zu können. Die Enteignung der Aktionäre wird dabei jedoch nicht mal eben so umsetzbar werden. Ganz zu Beginn und noch vor der gesetzlichen Eingriffsmöglichkeit sollen weiterhin Gespräche mit dem größten Aktionär der HRE.
Dies ist mit einem Aktienanteil von etwa 24 Prozent bekanntlich das amerikanische Investitionsunternehmen J.C. Flowers, in enger Zusammenarbeit mit einem Hedge-Fonds. Eigentlich würde das Unternehmen gerne Anteilseigner bleiben, der Staat hingegen ist für eine Abfindung, um das Ruder bei der Bank an sich zu reißen. Innerhalb von nur zwei Wochen will der Bund laut Finanzminister Steinbrück nun Angebote für die Aktienpakete der einzelnen unterbreiten.
Angesichts der Gesprächsverläufe mit Flowers nimmt man in der Regierung einstweilen jedenfalls keinen Abstand von einer möglichen Enteignung. An der Börse jedoch wirkten sich die Gerüchte über infrage kommende Übernahmeangebote wie ein Wundermittel auf den Aktienkurs der HRE aus. Inwieweit der Bund auf die vom Minister erwähnten 75 % plus einer Aktie als Anteil kommen kann, ist jedoch nicht ganz ersichtlich. Der wachsende zeitliche Druck in der Krisensituation lässt für viele die Enteignung näher rücken.
Viele der deutschen Opel-Mitarbeiter am Standort Bochum fühlen sich schmerzlich an die angespannte Situation aus dem Jahr 2004 erinnert. Eigentlich sollen dort die Arbeitsplätze vertraglich zugesichert noch über einige Jahre sicher sein. Doch wenn es dazu kommt, dass der Mutterkonzern General Motors seine Drohungen eines Verkaufs wahr macht, wären alle Garantien zunichte gemacht. Richtig ist jedenfalls, dass bei GM umfangreiche Sanierungskonzepte in Gang gesetzt werden. Man prüft an allen Stellen des weltweit agierenden Konzerns, wie man das eigene Überleben sicherstellen kann. insgesamt sollen gut 47 Arbeitsstellen gestrichen werden, für die deutschen Opel-Werke bedeutet dies eine vollkommen unsichere Zukunft. Allein in den USA soll die Zahl der Arbeitsplätze innerhalb von drei Jahren auf 72 000 gesenkt werden, 20 000 Stellen werden somit weg rationalisiert. Und auch überall anders sucht man nach Ansätzen, die Personalkosten rapide zu senken. schon jetzt kann das Unternehmen nur weiterhin existieren, weil staatliche Subventionen in Milliardenhöhe geflossen sind. Angedacht ist auch ein Abbau bei den Automobil-Marken, die unter dem Dach von General Motors firmieren. Bedroht sind diesbezüglich die Marken Cadillac, Buick sowie die Traditions-Sparte von Chevrolet. Möglicherweise werden Ableger, die keinen Kaufinteressenten finden, komplett dicht gemacht.
Montag, März 1, 2010
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