Glaubt man den Aussagen der Bundesagentur für Arbeit und anderen Arbeitsmarkt-Experten hat sich die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten wieder spürbar entspannt. Schon wird mancherorts in Aussicht gestellt, dass im kommenden Jahr wieder eine deutlich niedrigere Arbeitslosenquote erreicht werden könnte, sollte sich die positive Grundstimmung in den verschiedenen Branchen der Wirtschaft weiterhin bestätigen.
Doch nicht überall spricht optimistisch über die Arbeitslosenzahlen. So weist die Arbeitsorganisation ILO der Vereinten Nationen in einem aktuelle Bericht darauf hin, dass im Bereich der Berufstätigen in der Altersklasse zwischen 15 und 24 Jahren zuletzt Mitte der 1940er Jahre vergleichbar schlechte Zahlen zu beobachten gewesen seien. Genau genommen verbucht man bei der ILO einen Rekordwert. International rechnet die Organisation bis zum Jahresende damit, dass etwa 13 Prozent der Vertreter der Altersgruppe keine Arbeit finden werden. Was prozentual vielleicht noch harmlos klingen mag, liest sich als reine Zahl dramatisch: Sollten sich die Prognosen bestätigen, wären mehr gut 81 Millionen junge potentielle Arbeitnehmer Ende 2010 arbeitslos. Unerwartet kommen die aktuellen Zahlen nicht, denn schon seit Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2007 war über einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen berichtet worden.
Dabei beschränkten sich die Fakten keineswegs nur auf die USA oder die so genannten Entwicklungs- oder Schwellenländer. Auch in den Staaten der EU waren ein rasantes Wachstum in diesem Bereich erkennbar. Ein echte Ende der Entwicklung sehen die Analysten des ILO auch für das kommende Jahr nicht in ihrem aktuellen Bericht. Es bestehe aufgrund der positiven wirtschaftlichen Veränderungen lediglich in einigen Wirtschaftsregionen Hoffnung auf eine Abschwächung der Zunahme der Arbeitslosigkeit bei der jungen Generation.
In der heftigsten Phase der Wirtschaftskrise war die Zahl der Arbeitnehmer, die sich krankmeldeten deutlich gesunken. Aus dem einfachen Grund, dass die Bürger Angst hatten, infolge einer Krankmeldung ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn Arbeitnehmern nur noch die Entlassung von Mitarbeitern als letzten Mittel zur Unternehmensrettung bleibt. Inzwischen hat sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland wieder weitgehend entspannt, mit der Folge, dass auch der Krankenstand hierzulande wieder spürbar gestiegen ist.
Das Bundesgesundheitsministerium gab nun die Zahlen für die ersten sechs Monate des Jahres 2010 bekannt. Die Statistik zeigt einen Anstieg des Krankenstandes in Deutschland um etwa zehn Prozent im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. 3,58 Prozent betrug der Krankenstand von Januar bis Ende Juni bei den Arbeitnehmern in den gesetzlichen Krankenkassen. Damit ist der höchste Wert seit gut fünf Jahren erreicht. Aussagen über den tatsächlichen Krankenstand lassen sich jedoch nur sehr bedingt treffen.
Denn die Zahlen beziehen sich nur darauf, wie viele gesetzlich Krankenversicherte zu Stichtagen wie dem Monatsersten eine AU, die so genannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, bei ihrem Arbeitgeber einreichten. Wie hoch die Zahl der Berufstätigen ist, die keinen Krankenschein beim Chef einreicht, darüber trifft die Statistik keine Aussagen. Weshalb die Berufstätigen wieder häufiger krankfeiern, kann entsprechend ebenfalls nicht festgestellt und analysiert werden.
Die Frage nach den Entwicklungen der chinesischen Wirtschaft ist längst nicht mehr nur für die Volksrepublik selbst von Bedeutung. Als neuer Exportweltmeister und wichtiger Wirtschaftspartner für zahlreiche Länder wie zum Beispiel Deutschland beeinflussen positive und negative Veränderungen der wirtschaftlichen Lage Chinas auch den internationalen Markt. Entsprechend froh man denn bei den Partnern Chinas sicher über die hoffnungsvollen Formulierungen der Weltbank, die sich in einer aktuellen Pressemeldung zu den Entwicklungen im Reich der Mitte äußerte.
Wie gehabt herrscht Optimismus für die chinesische Wirtschaft vor. Nach wie vor zeigen sich die privaten Haushalte in China recht konsumfreudig, was nicht zuletzt auf die guten Arbeitsmarktaussichten zurückzuführen ist, wie Experten dieser Tage bestätigen. Somit erweisen sich die Konjunkturprogramme der Regierung in Peking auch weiterhin als großer Erfolg, so sehr auch die Gefahr einer steigenden Inflation kritisiert wird. In gewisser Weise bestätigt auch die Weltbank diese möglichen Folgen. Denn die Experten erwarten für die kommenden Monate eine Abschwächung des konjunkturellen Effekts. Doch selbst für den Fall, dass die Wachstumsraten der Volksrepublik China weniger üppig als in den letzten beiden Jahren ausfallen sollten.
Wenigstens ansatzweise vergleichbare Ergebnisse sucht man derzeit weltweit eher vergeblich. Für das gesamte Jahr erwartet die Weltbank dennoch auch einen Zuwachs von immerhin 9,5 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt. Und auch im kommenden Jahr 2011 erwarten die Analysten ein Wachstum des BIP in Höhe von etwa als 8,5 Prozent. Dass wiederholt mit einem Plus von rund 12 Prozent (wie im ersten Quartal dieses Jahres) auf Dauer zu rechnen wäre, hatte kaum jemand erwartet.
In vielen Branchen auf dem deutschen Wirtschaftssektor beklagt man weiterhin zu hohe Anforderungen bei der Kreditvergabe, und auch die Auftragslage scheint keineswegs überall optimal zu sein. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) berichtet, geht es auf dem Arbeitsmarkt langsam aber sicher wieder bergauf. Grund zu diesem Optimismus ist der aktuelle Stellenindex, den die BA aus den genannten offenen Stellen ermittelt. Und dennoch – bei der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit macht sich in den Statistiken zum deutschen Arbeitsmark allmählich Besserung bemerkbar. Das zeigt der BA-Stellenindex, der Monat für Monat Aussagen zu den Entwicklungen bei der bundesweiten Beschäftigung trifft.
Verglichen mit dem Vormonat stieg der Index im Mai erneut um acht Punkte und liegt damit nun bei 157 Punkten. Auch im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich die Lage relativ entspannt. Inzwischen ist der BA-Stellenindex bereits zum dritten Mal am Stück gestiegen. Die Aussichten stufen die Analysten der BA denn auch entsprechend günstig ein. Dass man sich auf diesen Veränderungen ausruhen kann, sieht die Bundesagentur denn aber nicht als richtigen Schritt. Allem Optimismus zum Trotz dürfe man noch immer nicht durchweg positiv nach vorne schauen. Man könne aktuell lediglich darauf hoffen, dass die Unternehmen der derzeit steigenden Nachfrage nach zusätzlichen Mitarbeitern treu bleiben und nicht plötzlich wieder ein Einbruch auf dem Arbeitsmarkt eintreten könnte.
Wie es tatsächlich um den Arbeitsmarkt steht, könne erst gesagt werden, wenn die Unternehmen die Kurzarbeit komplett hinter sich gelassen haben. Noch können viele Unternehmen im Lande über Arbeitszeitkonten Überkapazitäten ausgleichen. Dass sich der Arbeitsmarkt wirklich in der erhofften günstigen Weise entwickelt, kann momentan also nur gehofft, nicht jedoch garantiert werden. Indizien für die fortgesetzte Besserung gibt es dennoch. So sank die Arbeitslosenzahl in Deutschland im Mai auf knapp über 3,2 Millionen. Verantwortlich hierfür ist jedoch vor allem die übliche Frühjahrsbelegung, nicht jedoch ein übermäßiges Zuwachs.
Erst am gestrigen Tage berichteten wir an dieser Stelle über die Pläne der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau und der teilverstaatlichten Commerzbank, einen eigenen Mittelstandsfonds schaffen zu wollen, um Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz zwischen 50 und 500 Millionen Euro finanziell zu fördern, damit diese ihrerseits in stärkerem Maße Investitionen vornehmen können. Damit wollen die beiden Banken ihren Beitrag zur deutschen Wirtschaft leisten. Nötig scheint dieser Beitrag vor allem für die Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern.
In der aktuellen Umfrage Münchener Ifo Institutes unter 4000 deutschen Unternehmen zeigt sich nämlich, dass diese Firmen nach wie vor am häufigsten zu deutliche Restriktionen bei der Kreditvergabe beklagen. 41 Prozent der Umfrageteilnehmer aus diesem Bereich sprechen von zu hohen Kreditanforderungen von Seiten der Banken. Besser sieht es da schon bei den kleinen und mittelgroßen Firmen im Lande aus. Bei einer Unternehmensgröße bis 50 Mitarbeitern sieht die Sache dann schon anders aus. Hier sind nur 35,6 Prozent der Befragten unzufrieden mit der derzeitigen Vergabepolitik auf dem deutschen Kreditmarkt.
Insgesamt kann aber eine deutliche Entspannung attestiert werden. Zuletzt war die durchschnittliche Einschätzung der 4000 Teilnehmer der Ifo-Umfrage im November 2008 vergleichbar positiv gewesen. Schlechter als im Vormonat jedoch stufen die Unternehmen des Handels die Darlehensvergabe der Banken und Kreditinstitute. Der Prozentsatz liegt aber mit 33,0 % noch immer unter dem Gesamtdurchschnitt. Für die Analysten des Ifo-Institutes wie den Präsidenten Hans-Werner Sinn und den Forscher Klaus Abberger sind die guten Einschätzungen durch die befragten Unternehmen jedoch kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen. Die guten Entwicklungen können so höchstens als eine tendenzielle Entspannung gedeutet werden. Von einem uneingeschränkt guten Kreditzugang dürfe aber nicht gesprochen werden. Die verbesserte Kreditvergabe sei lediglich eine Voraussetzung, damit sich die deutsche Wirtschaft weiterhin erholen kann.
Mit Statistiken und Umfragen ist es bekanntlich so eine Sache. Nicht ohne Grund gibt es das bekannte Sprichwort „traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Und tatsächlich ist es fast immer ein Leichtes, durch einige kleine Veränderungen der zugrunde gelegten Parameter der Statistiken die Aussagen in der gewünschten Form zu korrigieren. Wenn Umfragen jedoch von Experten wie denen des renommierten Forsa-Institutes durchgeführt werden, sind die Ergebnisse grundsätzlich ernst zu nehmen. Im Auftrag des Magazins Sterns hat das Institut nun die deutschen Bürger zu ihren Einschätzungen der momentan kritischen Lage bei der Gemeinschaftswährung Euro befragt.
Zuletzt wurde die Umfrage vor drei Monaten durchgeführt. Im Vergleich mit den früheren Aussagen der Verbraucher wird deutlich: Die Sorgen und Ängste der Bürger sind deutlich gewachsen. Gut drei Viertel der Befragten fürchten, dass Deutschland die Staatsschulden nicht mehr in den Griff bekommen könnte. Genau sind es 76 Prozent der Umfrageteilnehmer, was insgesamt einem Zuwachs von 14 Prozentpunkten entspricht. Spürbare Veränderungen weist die Umfrage auch hinsichtlich des Vertrauens in die Fähigkeiten der Politiker auf. Mit 59 Prozent der Befragten sind gut vier Prozent mehr als Anfang Februar der Meinung, dass die Politiker hierzulande mit den Wirtschaftsproblemen überfordert sind.
Einen fortgesetzten Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland prognostizieren gut 54 Prozent der Umfrageteilnehmer, um acht Prozentpunkte auf nun 49 Prozent steigt auch der Anteil der Verbraucher, die von einem erneuten Einbruch der Konjunktur ausgehen für die kommenden Monate. Höhere Inflation und wirtschaftlicher Abschwung? Die Deutschen sind also keineswegs optimistisch, wenn es darum geht, die Arbeit der Politik und die Entwicklungen des Euro einzuschätzen. Diese Befürchtungen sollte sich die Bundesregierung möglicherweise etwas mehr zu Herzen nehmen.
Donnerstag, August 12, 2010
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