Viele Banken waren während der Krisenjahre in zum Teil dramatische Schieflage geraten. Wahlweise weil viele vergebene Kredite nicht mehr bedient werden konnten oder weil die Unternehmen in vielen Fällen schlicht in hochriskante Anlagemodelle investiert hatten und aus diesem Grund in massiver Weise Abschreibungen vornehmen mussten. Für manches Institut war dies zu viel des Guten, so dass nur staatliche Hilfen die Existenz sichern konnten. Die bekannte spanische Santander Bank hingegen überstand die Krise weitgehend unbeschadet. Vielmehr wurde die Bank sogar als einer der Gewinner der Krise gehandelt bei Experten. Doch jetzt trifft es das Unternehmen umso schlimmer.
Auf rund 15 Milliarden Euro wird die derzeitige Kapitallücke beziffert. Damit ist der Bedarf an Kapital bei der spanischen Großbank fast dreimal so hoch wie im Falle der deutschen Commerzbank, die erst kürzlich wieder einmal ins Visier der Medien geraten war. Und als wäre dieses Problem der Santander Bank nicht schon schlimm genug. Um rund ein Drittel sank der Überschuss aus dem vergangenen Jahr, insgesamt beläuft er sich damit nur noch auf 5,35 Milliarden Euro, so die Mitteilung der spanischen Bank zum Wochenbeginn. Einmal mehr sind es auch im Falle der Santander Bank unerwartet hohe Abschreibungen, die in dieser Form nach Aussagen der Bank nicht abzusehen waren.
Die Abschreibungen wiederum werden in erster Linie mit der kritischen Lage am Immobilienmarkt in Spanien begründet. Weiterhin sind Sonderbelastungen aufgelaufen, die ihren Ursprung in Großbritannien haben. Sie belaufen sich nach Angaben der Bank auf 3,2 Milliarden Euro, die zurückgestellt werden müssen. Für Beobachter sind die veröffentlichten Zahlen ausgesprochen überraschend. Mit derartigen Problemen hatten selbst skeptische Analysten nicht gerechnet. Vor allem im letzten Quartal des Jahres 2011 musste die Santander Bank herbe Rückschläge hinnehmen. Hier lag der Gewinn nur bei 47 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2010 erreichte das Unternehmen in den letzten drei Monaten noch einen Überschuss in Höhe von 2,1 Milliarden Euro.
Viele Banken auf dem deutschen Markt haben auch weiterhin Probleme damit, neue Kunden zu gewinnen. Denn die Sorgen und Ängste der Verbraucher sind groß, dass ihre Einlagen nicht ausreichend gegen mögliche Ausfälle geschützt sind. Oder die Institute mit den Ersparnissen in Bereichen investieren, die mit einem hohen moralischen Anspruch auf Seiten der Sparer nicht in Einklang gebracht werden können. Doch es gibt einen Zweig der Bankenbranche, der sich weiterhin über einen ordentlichen Zuspruch freuen kann. Die Rede ist von den so genannten Nachhaltigkeitsbanken, die spätestens seit Ausbruch der Finanzkrise einen regelrechten Run erleben.
Nicht zuletzt kann damit Bezug zur Nürnberger Umweltbank genommen werden. Das Jahr 2011 kann mit Fug und Recht als großer Erfolg der Bank verbucht werden. Inzwischen gibt es die Umweltbank seit 15 Jahren, doch besser stand das Unternehmen in seiner Geschichte wohl noch nie da seit der Gründung. Insgesamt bringt es die Bank auf rund 92.000 Kunden, die sich bewusst für die Investition bei dem auf Umweltschutz und eben Nachhaltigkeit ausgerichteten Konzern entschieden kann. Um 9,6 Prozent stieg der Gewinn der Umweltbank im vergangenen Jahr. Damit liegt der Gewinn insgesamt bei etwa 11 Millionen Euro. Von einem ausgesprochen dynamischen Wachstum spricht die Bank also in ihrer aktuellen Publikation nicht ohne Grund. Die Investitionsbereiche sind vielfältig. Hybridkraftwerke, Solaranlagen und Ökohäuser werden gleichermaßen finanziert mit den Einlagen der treuen Kunden.
Auch das Volumen der vergebenen Darlehen legte 2011 ordentlich zu. Gut 15.500 Kredite wurden vergeben, was ein Zuwachs um knapp unter 1.100 entspricht. Unterm Strich wurden Krediten mit einem Gesamtvolumen von 1,73 Milliarden Euro vergeben. Das Plus in diesem Bereich liegt damit sogar bei 19,5 Prozent. Besonders deutlich stiegen die Kredite für Solarprojekte. Die Bilanzen der Umweltbank können sich sehen lassen. Auf etwa 1,34 Milliarden Euro kletterten die Einlagen der Kundschaft im vergangenen Jahr. Die eigentliche Bilanzsumme legte auf einen Wert von knapp unter zwei Milliarden Euro und entsprechend um gut 13 Prozent zu, wie der Unternehmenschef Popp mitteilen konnte.
Für den Kurs der Commerzbank-Aktie war das Bekanntwerden der neuen Pläne am heutigen nicht unbedingt von Vorteil. Rund ein halbes Prozent gab das Papier zur Wochenmitte nochmals nach und lag damit phasenweise nur noch bei einem Wert 1,88 Euro. Mit ein Grund für die schlechte Kursentwicklung war wohl die Meldung zur möglichen Reduzierung des eigenen Kapitalbedarfs, den die EBA für das Unternehmen zuletzt mit rund 5,3 Milliarden Euro beziffert hatte. Ein Trick bei der Bilanzierung soll nun dazu führen, dass diese Belastungen deutlich sinken. Bekannt wurde das Vorhaben durch einen Artikel in der Financial Times Deutschland. Dort heißt es unter Berufung auf Informationen aus der Bankenbranche, durch die Maßnahme wolle das teilverstaatlichte Unternehmen seinen Kapitalbedarf um gut eine Milliarde Euro reduzieren.
Der Weg ist denkbar einfach. Die Risiken von Ausfällen bei laufenden Krediten sollen im Rahmen einer Neubewertung geringer ausfallen. Dies hat zugleich zur Folge, dass es zu einem Anstieg der so genannten Kernkapitalquote kommt. An der bestehenden Bilanzsumme jedoch soll dieser Schritt nichts ändern, heißt es weiter. Und auch frische Eigenmittel sollen auf diese Weise nicht erforderlich werden. Rein juristisch ist dieser Schritt unbedenklich, so die Einschätzungen von Experten. Auch seien solche Aktionen durchaus branchenüblich in ganz Europa. Hinsichtlich des eigenen Ratings innerhalb der Commerzbank sei die Maßnahme aber eben doch eher fragwürdig. Zumal das Vorhaben wenig sinnvoll ist mit Blick auf das System an sich.
Ein Beweis ist die Meldung dafür, wie groß der Spielraum der Banken bezüglich der eigenen Bilanzen noch immer ist. Und dass eben dieser nur allzu gerne ausgeschöpft wird in kritischen Situationen der Unternehmen. Bei der Commerzbank begründet man die angeblich feststehende Entscheidung damit, dass die vorhandenen Daten besser als erwartet aussehen, weil etwa die Kreditsicherheiten früherer Kreditnehmer wie etwa der Dresdner Bank inzwischen fest in die Datenmasse integriert worden seien. Auch der so genannte Wiedergewinnungsfaktor sei mittlerweile gestiegen, nachdem viele Unternehmen aus dem Mittelstand stärkere Eigenkapitalquoten vorweisen können als Kunden der Commerzbank.
Erst gestern hatten wir auch an dieser Stelle über die neuen Kapitalprobleme von Deutschlands Privatbank Nummer 2, der Commerzbank, berichtet. Das Unternehmen wird nach Berechnungen der europäischen Bankenaufsicht EBA nochmals 5,3 Milliarden Euro benötigen, um die korrigierten Kapitalanforderungen erfüllen zu können. Schnell kamen erste Spekulationen darüber auf, ob das ohnehin schon teilverstaatlichte Institut nochmals auf Mittel vom Staat angewiesen sein würde. Am heutigen Tage bezieht der Chef des Vorstandes der Commerzbank, Martin Blessing, abermals ausführlich Stellung zu den Mutmaßungen. Nicht zuletzt wohl, um die Anleger zu beruhigen, die sich angesichts der neuen Meldungen sicher nicht ganz grundlos um ihre Anteile sorgen.
Die besagte Eigenkapital-Lücke, so Blessing in einer Stellungnahme in Frankfurt am Main, will man vollständig allein und eben ohne die vorhergesagten Staatshilfen schließen. Mit einem neuen Paket zusätzlicher Maßnahmen soll dieses Ziel erreicht werden. Dabei äußert der Vorstandschef vielmehr, das Unternehmen habe die finanziellen Engpässe bereits zum Ende des vergangenen Jahres um immerhin 60 Prozent abgedeckt durch erste Maßnahmen. Ein Ansatz war etwa der durchaus ordentlich Gewinn in Höhe von 1,2 Milliarden Euro, denn die Commerzbank im letzten Quartal des Jahres 2011 erwirtschaften konnte. Weitere 1,2 Milliarden Euro sollten in den ersten sechs Monaten des neuen Jahres erzielt werden, heißt es in der Meldung der Bank am Donnerstag in der deutschen Bankenmetropole. Zudem habe man die so genannten RWA – die Risikoaktiva – schon zum jetzigen Zeitpunkt um rund 1,7 Milliarden Euro herunterfahren können.
Rechnet man die genannten Zahlen aus der Kapitallücke heraus, bleibt ein Bedarf von nur noch 1,7 Milliarden Euro. Von der möglichen Umwandlung von 750 Millionen Euro aus einer Stillen Einlage, die das Bankenhaus über Anteile an der Allianz realisieren könnte, will der Vorstandschef erst einmal nichts wissen. Auch Commerzbank-Finanzchef Strutz hält Hilfen vom deutschen Staat für unnötig zur Aufbesserung der Kapitaldecke. Die Äußerungen sorgten für einen guten Anstieg des Wertes der Commerzbank-Aktie. Insgesamt will man durch die verschiedenen Maßnahmen des neuen Paketes bis zum Endes des zweiten Jahresquartals die Kernkapital-Decke letzten Endes um 6,3 Milliarden Euro erhöhen. Wie genau dies aber erreicht werden soll, ist bisher noch nicht weiter ausformuliert werden.
Es ist und bleibt schwierig herauszufinden, wie die verschiedenen nationalen und internationalen Einrichtungen nun am besten vorgehen sollten, um eine erneute Verschlimmerung der Schuldenkrise in Europa zu verhindern. Die Europäische Zentralbank setzt schon seit Monaten verstärkt auf den Kauf von Staatsanleihen verschiedener Länder der EU und vor allem der Euro-Zone, um der kritischen Phase sozusagen den Wind aus den Segeln zu nehmen. In der letzten Woche des alten Jahres 2011 hat die EZB ihr Kaufprogramm einmal mehr ausgeweitet. Nach Angaben vom Wochenbeginn aus Frankfurt am Main hat das Institut nun Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 462 Millionen Euro gekauft.
Ein deutlicher Unterschied zu den Zahlen aus der Woche vor den Weihnachtsfeiertagen. In der besagten Woche betrug das Volumen der erworbenen Papiere nur 19 Millionen Euro. Innerhalb von etwas mehr als eineinhalb Jahren (das Programm war im Mai des Jahres 2010 gestartet worden) hat die Europäische Zentralbank damit inzwischen für 211,5 Milliarden Euro Bonds von Staaten der Euro-Zone erworben, die von der Krise besonders schwer getroffen wurden. Dazu gehören auch weiterhin vor allem Ländern wie Spanien oder Italien. Trotz der Kritik von vielen Analysten hält die EZB ihre Kaufaktion nach wie vor für den richtigen Ansatz, um so für die nötige Stabilität auf den Märkten zu sorgen. Allerdings stößt das Konzept der Anleihenkäufe selbst bei der EZB intern selbst keineswegs flächendeckend auf Zustimmung bei den Experten. Denn durch den Kauf der Anleihen besagter Staaten sorgt die EZB dafür, dass die Zinskosten der Länder sinken.
Dies wiederum kann und wird nicht grundlos von manchem Beobachter als ungerechtfertigte Bevorzugung der Länder angesehen. Und noch in einer anderen Sache spielt die EZB dieser Tage wieder einmal eine extrem wichtige Rolle. Die Banken in Europa sind im so genannten Interbankengeschäft erneut zurückhaltend. Statt sich untereinander Geld über Kredite zu leihen, nehmen die Institute lieber die Leihgabe durch die Zentralbank in Kauf. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass das EZB-Kreditvolumen Anfang des neuen Jahres erst einmal zurückgegangen ist. Zum Wochenbeginn war die Kredite der EZB auf 413,9 Milliarden Euro gesunken, vor dem Wochenende waren es noch rund 30 Milliarden Euro mehr (445,7 Milliarden Euro). Der Wert zum Wochenschluss war sozusagen das Zwei-Jahres-Hoch bei der EZB-Kreditvergabe an die europäischen Banken gewesen.
Online-Banking an sich ist ohne Frage eine ausgesprochen feine Angelegenheit und auch das mobile Banking findet immer neue Anhänger unter den Bankkunden. Denn es ist nun einmal sehr bequem, von unterwegs mal eben Transaktionen auszuführen, ohne zur heimischen Bankfiliale fahren zu müssen. In der Bankenbranche ist das Thema Mobile Banking aber nach wie vor nicht ganz so unumstritten wie bei den Verbrauchern. Das zeigt eine Studie, die von den Meinungsforschungsexperten von Steria Mummert Consulting zum Beginn der ersten Woche des neuen Jahres veröffentlicht wurde. Drei von vier Banken in Deutschland befürchten, dass die Kundendaten beim Einsatz des mobilen Endgerätes ein gefundenes Fressen für Kriminelle sind und in falsche Hände geraten können.
Einen Unterschied zwischen Mobiltelefonen, Tablet-Modellen und anderen Geräten machen die Institute dabei nicht. Für bedenklich halten 70 Prozent der Umfrageteilnehmer das Mithören von Gesprächen per Handy sowie die Ablage vertraulicher Daten auf dem Tablet. Auch den Zugang zum Banking aus Hotels und anderen Einrichtungen stufen immerhin 60 Prozent der Banken als gefährlich ein. Attacken durch Viren, Trojaner und Hacker allgemein stellen ein erhebliches Risiko für die Kunden dar, so die Meinung der Bankenvertreter. Das Problem: Bei den mobilen Richtlinien gibt es bis dato noch teilweise deutliche Lücken, die zu Schäden beim Kunden führen können. Immerhin vier von zehn Banken geben zu, dass die Zugänge bisher ohne PIN-Reglementierungen auskommen, wenn der Handynutzer sein Gerät nicht verwendet.
Zudem wird vielfach auf die erforderliche Daten-Verschlüsselung verzichtet. Und das, obwohl sich der Trend zum mobilen Banking in Deutschland immer schneller durchsetzt. Zumal es nicht nur um Risiken bei der Kundschaft geht. Auch die Bankenmitarbeiter arbeiten verstärkt mit den mobilen Geräten, etwa um im Außendienst Zugang zu den Systemen zu haben. Kommt es zu einem unbefugten Zugriff, können derzeit nur etwa 20 Prozent der Institute aus der Ferne Daten löschen, um Diebstahl und Datenmissbrauch entgegenwirken zu können. Auch dies ein Resultat der Auswertung der Bankenangaben. Es besteht also akutes Bedarf für Nachbesserungen bei den Dienstleistungen dieser Sparte.
Dienstag, Januar 31, 2012
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