Noch in der vergangenen Woche rettete sich der DAX zum Ende der Handelswoche vor den endgültigen Absturz. In der neuen Woche geht es nun aber nicht nur dem Deutschen Aktienindex an den Kragen. Auch international belasten die Sorgen und die Debatten um einen möglichen Staatsbankrott des Euro-Landes Griechenland die Indices und Finanzmärkte allgemein. In den Morgenstunden des heutigen Börsentages hatte der DAX sich knapp unter der Marke von 5000 Punkten eingefunden. Ein Wert, den der Index zuletzt im Juli 2009 erreicht hatte.
Der Verlust belief sich zeitweise auf mehr als 3,5 Prozent. Noch schlimmer aber sah es mit einem Minus von gut 4,5 Prozent beim europäischen Index EuroStoxx 50 aus. In Frankreich sorgte die Krisenstimmung bei den Bankentiteln sogar für Verluste von teils bis zu 12 Prozent. Als Grund nennen Experten die Spekulationen über eine mögliche zumindest teilweise Verstaatlichung verschiedener Institute. Frankreichs Industrieminister Besson wies eine solche Mutmaßung wenigstens erst einmal von sich. Es sei schlicht zu früh, um über mögliche Schritte in dieser Richtung zu spekulieren. In Deutschland verloren auch die übrigen wichtigen Indices.
Der TecDax sank auf einen Stand von 675 Punkte, was einem Rückgang von mehr als 3,8 Prozent im Vergleich zum Freitag entspricht. Der MDax verlor sogar 3,84 Prozent und sank auf nur noch knapp mehr als 8208 Punkte. Auch in Deutschland traf der Abwärtstrend vor allem die Werte der Banken. Neben der teilverstaatlichten Commerzbank sank auch die Aktie der Deutschen Bank um deutlich mehr als acht Prozent. Nun müssen die neuen Entscheidungen der EZB und die Entwicklungen um die Griechenland-Krise zeigen, ob die Börsen weiterhin mit derart heftigen Belastungen zu kämpfen haben werden.
Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich die europäische Krisensituation nochmals massiv im Deutschen Aktienindex bemerkbar machen würde. Dass es nun ausgerechnet pünktlich zum Wochenende so weit sein würde, das hatte sich mancher Börsianer nicht so vorgestellt, zumindest aber anders erhofft. Die Marke von 5.500 Punkten beim DAX rückt nun aktuell in negativer Hinsicht in greifbare Nähe. Die Anleger werden zunehmend nervöser. Denn das Minus ist beträchtlich. Und es blieb zum Abschluss der Woche nicht bei Verlust im Dax, etliche andere Indizes gehen ebenfalls in die Knie und müssen teils schmerzliche Verluste hinnehmen.
Verantwortlich für den bedingten Crash ist unter anderem die anhaltende Krise in Griechenland, die sich möglicherweise wegen der Streitigkeiten nochmals zuspitzen könnte. Auch der kommende Arbeitsmarktbericht aus den USA sorgt für Unruhe. Knapp über 2,5 Prozent gab der Dax am heutigen Mittag nach. Noch liegt er bei 5585 Punkten, doch der Abwärtstrend scheint gewiss. Beim Mdax lag das Minus sogar bei 2,61 Prozent. Besonders hart traf es einmal mehr die börsennotierten Banken. Während die Aktie der Commerzbank mit einem Wert von 1,94 Euro einen Verlust von 4,72 Prozent verdauen muss, sind die Sorgen der Deutschen Bank nicht minder groß. Sie büßte immerhin 4,5 Prozent ein und kostet aktuell 26,42 Euro.
Im Falle der Deutschen Bank beruhen die Kursverluste aber auf anderen Gründen. Zum einen will die Regierung der USA angeblich Schadenersatz fordern wegen so genannter unlautere Hypothekengeschäfte. Die Folge könnten Zahlungen in Milliardenhöhe sein, sollte die angekündigte Klage erfolgreich sein. Darüber hinaus hat die Deutsche Bank aber bekannt gegeben, in den kommenden Monaten verstärkt Maßnahmen für Einsparungen umsetzen zu wollen. Auslöser dieses Schrittes ist vor allem die schlechte konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.
Der Trend an der deutschen Börse in Frankfurt hält sich weiterhin. Es geht bergab, nachdem immer neue Hiobsbotschaften bezüglich der wirtschaftlichen Lage in Europa bekannt werden. Der Deutsche Aktienindex DAX hat am heutigen Morgen kurz vor dem Wochenschluss nochmals einen Jahres-Tiefststand erreicht, der bei Anlegern und Brokern gleichermaßen für Sorgenfalten sorgt. Allein in der ersten Stunde des Handelstages verlor der DAX mehr als vier Prozent. Schon vorher waren die Kurse an den Börsen in Asien teils drastisch gefallen.
Der japanische Der Nikkei-Index büßte zum Handelsschluss immerhin 2,5 Prozent ein. Beim DAX sank der Wert unter die wichtige Marke von 5.400 Punkten. Damit liegt der Index auf dem niedrigsten Stand seit November des Jahres 2009. Eine Ausnahme in Europa ist er damit aber nicht. Denn auch die großen Börsen in Paris oder London mussten Rückschläge verbuchen. Allerdings hatte der DAX erst gestern den heftigsten Verlust seit drei Jahren verarbeiten müssen. Die Händler an den internationalen Börsen nennen als Grund für die vielerorts regelrecht von Panik getriebenen Verkäufe vor allem die Ängste hinsichtlich eines weiteren Einbruchs der US-Wirtschaft.
Die Gefahr einer deutlichen Rezession hinterlassen weltweit einen bleibenden Eindruck, der die Kurse drückt. In Europa sorgt man sich darum, dass eine Rezession in den USA zu einer Verschärfung der europäischen Schuldenkrise führen und letztlich das Bankensysteme ins Wanken bringen könnte. Dabei sind es nicht nur die Aktienkurse, die sich im Abwärtstrend befinden. Der Ölpreis sank am Morgen ebenfalls zum wiederholten Male. Schon gestern hatten die Preise zur Hochphase des Einbruchs bis zu sechs US-Dollar je Barrel nachgegeben.
Auch wenn die deutschen Arbeitnehmer im Schnitt inzwischen ebenfalls vom wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland profitieren konnten: Bei einem durchschnittlichen Anstieg der Einkommen im Jahr 2010 in Höhe von 2,2 Prozent, wie es das Statistische Bundesamt in Wiesbaden erst kürzlich bekannt gab, kommt im Geldbeutel nach Abzug der Inflation nicht wirklich mehr Geld an. Angesichts dieser Erkenntnis mag sich mancher Arbeitnehmer derzeit wohl denken: Manager müsste man sein! Oder genauer gesagt: Manager bei einem der großen, deutschen DAX-Konzerne.
Eine neue Studie der DSW – der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz – besagt, dass die Spitzenmanager im vergangenen Jahr ein Einkommensplus von sage und schreibe mehr als 20 Prozent für sich verbuchen konnten. Das kann sich ohne Frage sehen lassen. Das durchschnittliche Vorstandsmitglied eines im Dax gelisteten Unternehmens verdiente der Studie zufolge im Jahr 2010 2,9 Millionen Euro. Noch deutlich besser sieht die Lage bei den Vorstandsvorsitzenden aus: Sie bringen es nach Aussage der DSW-Experten auf rund 4,5 Millionen Euro. Besonders gut steht es dabei um die Finanzen von Martin Winterkorn, seines Zeichens Chef des Automobilherstellers VW.
Er verdiente 2010 sogar 9,3 Millionen Euro. Mit 8,9 Millionen Euro musste sich hingegen Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank abfinden. Siemens-Chef Peter Löscher bringt es auf die gleiche Summe und belegt damit den dritten Rang im Gehalts-Ranking der DAX-Unternehmen. Zusammengefasst wurden in der Studie nicht nur die Grundgehälter der Manager. Hinzu kamen so genannte aktienbasierte Vergütungsanteile sowie die üblichen Bonuszahlungen, die insbesondere in der akuten Phase der Wirtschaftskrise wiederholt in die Kritik geraten waren. 50,2 Prozent der Gehälter wurden im vergangenen Jahr über Boni ausgeschüttet, das Grundgehalt lag nur bei etwa 29 Prozent.
Ausgerechnet die Branche, die sich im Jahren ihres Jahrestreffens in Berlin zum Wochenbeginn positiv zu den Erwartungen für die kommenden Monate äußerte, treffen die Sparpläne der Bundesregierung am härtesten auf dem Börsenparkett. Die Rede ist von den Fluggesellschaften im Lande. Und auch die Energiekonzerne litten rasch unter den Ankündigungen zu den massiven Sparnotwendigkeiten. Der DAX war entsprechend vor allem von Unsicherheit geprägt. Zeitweise verlor der Index zum gestrigen Handelsschluss knapp über 0,60 Prozentpunkte, noch am frühen Morgen hatte er einen deutlichen Stand über 5922 Punkten behaupten können, büßte später aber deutlich an Wert ein.
Bei MDax und TecDAX waren die Verluste sogar noch deutlich, beide verloren am Dienstag knapp über 1,50 Prozent. Dass der DAX in Mitleidenschaft gezogen würde, war schon frühzeitig erwartet worden. Denn in ihm sind unter anderem die Energieversorger gelistet. Und eben diese sollen in Zukunft deutlich mehr als Atomkonzerne bezahlen als bisher im Zusammenhang mit den Laufzeitverlängerungen. Nicht nur die direkten Abgaben wirken sich auf die Gefühlslage der Anleger aus. Problematisch stufen die potentiellen Investoren auch ein, dass durch allgemein höhere Abgaben grundsätzlich weniger Investitionsspielraum bestehen wird nach Umsetzung des staatlichen Sparvorhabens. Rückendeckung erhielt die Deutsche Börse wenigstens aus den USA.
Dort hatte Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank, überraschend positive Worte zur dortigen Wirtschaftslage gefunden. Im deutschen Leitindex verloren die Konzerne RWE und E.on mit rund drei bzw. knapp über 4,0 Prozent am deutlichsten. Rund 2,3 Milliarden Euro will die Regierung von den Atomkonzernen nach jetzigem Stand der Dinge zusätzlich erhalten. Die Aktienkurse der Fluglinien wie der Lufthansa werden indes von den den Planungen zur so genannten Luftverkehrsabgabe überschattet.
Am dem Börsenparkett würde mancher Investor die Intervention der Bundesfinanzaufsicht möglicherweise als Miesepetrigkeit und Spielverderberei bezeichnen. Als regelrechte Schockstarre bezeichnen Beobachter die Reaktionen der Anlege auf das mit sofortiger Wirkung in Kraft getretene Verbot der so genannten Leerverkäufe, das die BaFin in der vergangenen Nacht ausgerufen hat. Erwartungsgemäß wirkte sich das Verbot der ausgewählten Transaktionen nicht nur an der Deutschen Börse negativ aus, auch international reagierten die Märkte zum Teil mit heftigen Verlusten und Kursschwankungen.
Vor allem auf dem Aktienmarkt und beim Euro hinterließ das Leerverkauf-Verbot einen bleibenden Eindruck. Lediglich der so genannte CDS-Markt blieb weitestgehend verschont von Verlusten. Für die Bundesfinanzaufsicht jedoch gab es schlicht keine Alternative zum Verbot der Wetten auf fallende Kurse bei den Staatsanleihen und Wertpapieren aus dem Finanzsektor. Die Reaktionen des Eurokurses geben auch dahin gehend zu bedenken, ob die Währung international wirklich so stabil aufgestellt ist, wie man dies seit Einführung der Gemeinschaftswährung erhofft hatte. Infolge des Verbots büßte der Deutsche Aktienindex DAX am frühen Morgen knapp 1,5 Prozent ein und fand sich entsprechend wieder unter der Marke von 6.100 Punkten ein.
Verluste in ähnlicher Größenordnung hatte auch der EuroStoxx50 als europäischer Leitindex zu verdauen. Betroffen vom Verbot sind vor allem die zehn deutschen Finanztitel, also die Aktien von Deutscher Bank, Müchnener Rück, Allianz und sieben weiterer Unternehmen der Banken- und Versicherungsbranche. Der Euro sank rasant unter den Wert von 1,22 US-Dollar. Weniger wert war die europäische Gemeinschaftswährung zuletzt vor rund vier Jahren im April des Jahres 2006. Positive Veränderungen verbuchte indes der Rentenmarkt. So verbesserte sich der Kurs der deutschen Staatsanleihen um fast ein halbes Prozent.
Montag, September 12, 2011
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