China und seine Währung Yuan sind zwar generell vor allem wegen des Wachstums und der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung bekannt. Doch es gibt in vielerlei Hinsicht international durchaus Bedenken. Insbesondere wegen der chinesischen Bemühungen die Landeswährung Yuan künstlich günstig zu halten und weiterhin an den US-Dollar zu binden. Schon seit Monaten kritisieren Wirtschaftsexperten diese Vorgehensweise, weil der Yuan letztlich längst in deutlicher Weise hätte aufgewertet werden müssen – so wenigstens die einstimmigen Meinungen der Analysten weltweit.
Nun mischt sich also auch der Internationale Währungsfonds abermals in die Debatte um die chinesische Währung ein. Der IWF fordert Chinas Regierung in Peking aktuellen Meldungen zufolge erneut dazu auf, den Yuan endlich freizugeben. Das geht aus einem Bericht in der Zeitung „Märkte am Morgen“ der Deutschen Bank hervor. Der stellvertretende Chef des Währungsfonds, Min Zhu, äußert in einem Interview, dass der IWF von China verlangt, dass man zügig zu einem wesentlich flexibleren Regime bezüglich des Wechselkurse umschwenken solle. In seiner derzeitigen Substanz sei der Yuan schlicht unterbewertet.
China hatte in den vergangenen Monaten zwar wiederholt Aufwertungen in die Tat umgesetzt. Doch bisher fielen diese Maßnahmen nicht in der erhofften Weise aus, wie man sich dies im Ausland erhofft hatte. Die Kritik der ausländischen Experten bezieht sich in erster Linie darauf, dass Chinas Regierung durch die zu geringe Aufwertung einen Vorteil im internationalen Wettbewerb verschaffe. Ob und wie die politische Führung auf die wiederholten Forderungen reagieren will, ist bis dato noch nicht bekannt.
Kritik muss die Regierung Chinas bereits seit Jahren einstecken, wenn es um die heimische Währung, den Yuan, geht. Führende Wirtschaftnationen wie die USA, aber auch europäische Experten werfen der chinesischen Regierung seit langem vor, die Landeswährung bewusst weiterhin an den – nicht erst seit einigen Monaten schwächelnden – US-Dollar zu knüpfen. Auf diese Weise, so die Vorwürfe, halte die Regierung den Yuan auf einem künstlich niedrigen Niveau.
Dies verschafft chinesischen Unternehmen nach Einschätzungen von Analysten einen nicht unerheblichen Wettbewerbsvorteil. Dabei hatte die Regierung in Peking in den vergangenen Monaten mehrfach Korrekturen vorgenommen, die zumindest geringfügige Veränderungen beim Wert der chinesischen Währung zur Folge hatten. Doch für die Kritiker aus dem Ausland gingen die Schritte bisher nicht weit genug. Nun aber kündigt China erneut mehr Flexibilität bei seiner Währung an. In einem Leitartikel des wichtigen Magazins „China Securities Journal“, das als regierungsnah gilt, spricht man sich dafür aus, die Bindung an den US-Dollar weiter zu lockern. Damit jedoch will China wohl eher nicht den Forderungen aus dem Ausland nachgeben.
Vielmehr ist die Lockerung der Politik in diesem Punkt mit Blick auf die steigende Inflationsrate im Reich der Mitte zu werten. Zudem könnte die Regierung so verhindern, dass dem chinesischen Markt durch Spekulationen weiterhin in massivem Umfang Kapital zugeführt wird durch ausländische Investoren. Die Zeitung weist darauf hin, dass die Währung momentan zu unflexibel sei und Geldgeber sozusagen zu Spekulationen verleitet werden. Eine Gefahr für den Export sehen die Autoren des Beitrags eher nicht. Dazu sei der Handelsüberschuss Chinas schlicht zu groß. Was immer die Gründe sein mögen – im Ausland wird eine Umsetzung der Ankündigungen sicher auf Zuspruch stoßen.
Produkte aus der Volksrepublik sind für viele Unternehmen aus Deutschland und Europa insgesamt seit langem ein teils erhebliches Problem. In vielen Wirtschaftssparten sind die billigen Einfuhren eine große Konkurrenz. Niedrige Einkommen und geringe Produktionskosten sorgen dafür, dass heimische Angebote mitunter weniger gefragt werden. Die Europäische Union bemüht sich seit Jahren bereits, das Dilemma mit den Dumpingprodukten in den Griff zu bekommen. Aktuell vermeldet die EU, auch bei Fliesen „Made in China“ und anderen Waren aus dem Reich der Mitte über hohe Zölle aktiv zu werden. Ein Grund für den Erfolg chinesischer Waren besteht zudem darin, dass die Regierung in Peking die Landeswährung weiterhin auf niedrigem Niveau hält.
Gerade diese Maßnahme sorgt im Ausland für Unmut, sichert die Handlungsweise China doch einmal mehr den Titel des Exportweltmeisters. Neben der EU beklagen auch die USA diese Vorgehensweise Chinas. Neben Fliesen werden bei Exporten in die EU fortgesetzt auch üppige Zölle auf Fahrräder aus China erhoben. Ab Mitte des Monats September 2011 werden die Einfuhrkosten auf einen Stand von 69,7 Prozent korrigiert, wie aus einer Mitteilung der EU vom gestrigen Montag hervorgeht. Die Abgaben auf Radteile und Fahrräder an sich aus China liegen die Zölle derzeit bei 48,5 Prozent. An dieser Zoll-Regelung will die Europäische Union nach neuen Vereinbarungen bis zum Jahr 2016 festhalten. Klagen über die Dumpingpreise in diesem Bereich hatten sich vor allem die Mitbewerber in Italien und Deutschland – den beiden wichtigsten Herstellerstaaten in der europäischen Gemeinschaft – immer wieder beklagt.
Im Jahr 2009 waren Fahrräder mit einem Wert von insgesamt 430 Millionen Euro in die EU importiert worden. Das waren im besagten Jahr rund 700.000 Räder. Nach wie vor gibt es auch bei Rohstoffen massive Probleme, weshalb sich die Vertreter der Branche zum Teil selbst bei der Welthandelsorganisation beschwert hatten. Besonders am Herzen liegt den Staaten der EU und den USA die baldige Aufwertung des Yuan. Der künstliche niedrige Kurs von Chinas Währung verschaffe den chinesischen Herstellern gravierende Vorteile im Wettbewerb. Die erhofften positiven Veränderungen infolge der flexibleren Handhabung beim Wechselkurs in China blieben bis dato weitgehend aus.
Dass Öl auf lange Sicht knapp wird, ist schon seit einigen Jahren in Expertenkreisen so etwas wie ein offenes Geheimnis. Dies ist bekanntlich auch der wichtigste Grund dafür, warum Forscher in aller Welt mit großen Aufwand nach alternativem Ersatz für den gefragten Rohstoff suchen. Die neuen Zahlen Internationalen Energieagentur IEA zeigen nun aber, dass die Probleme bei der Versorgung schneller und in stärkerem Maße aufkommen könnten, als dies bisher vermutet wurde. Bei der Agentur spricht man in der neuen Publikation von einem regelrechten Durst auf Öl, der nicht zuletzt auf die guten Entwicklungen der weltweiten Konjunktur zurückzuführen sind. Für das Jahr 2012 rechnen die Experten mit einem erneuten Anstieg der Öl-Nachfrage.
Von einem täglichen Nachfrage-Plus in Höhe von beinahe 1,5 Millionen Barrel gehen die Analysten der IEA momentan aus. Schon jetzt steht fest, dass dieser Zuwachs beim Bedarf einmal mehr dazu führen wird, dass der Ölpreis weiter deutlich anziehen wird. Als Grund für diese Einschätzungen nennt die Agentur unter anderem die Tatsache, dass die erdölexportierenden Länder aus dem Bündnis der OPEC bei der Produktion nicht in der nötigen Weise nachziehen. Insgesamt erwarten die Experten eine für das kommende Jahr eine Gesamt-Nachfrage in einer Größenordnung von rund 91 Millionen Barrel. Zum Vergleich: Vor 25 Jahren lag der jährliche Bedarf bei gut 30 Millionen Barrel weniger.
Und die Prognosen gehen noch weiter: 2030 könnte die Marke von 100 Millionen Barrel pro Tag erreicht sein, sofern bis dahin keine geeigneten Alternativen gefunden werden. Zur IEA gehören insgesamt 28 Länder. Die Agentur wurde nach der großen Ölkrise in den 1970er Jahren ins Leben gerufen. Besonders massiv stieg und steigt der Ölbedarf in den so genannten Schwellenländern wie China und Indien. Neben dem Ölpreis würden bei einem fortgesetzten Trend auch die Preise für Kraftstoff spürbar steigen. Für die Industriestaaten stellt der Anstieg des Ölpreises schon seit Jahren ein zunehmend größeres Problem darf, denn die höheren Kosten haben auch Einfluss auf das Konsumverhalten der Verbraucher. Vor allem in Ländern wie den USA.
Die so genannten Seltenen Erden, die Metalle, die auch und gerade bei der Herstellung von Mobiltelefonen und vielen anderen Elektrogeräten von großer Bedeutung sind, bleiben ein wichtiges Thema in den internationalen Medien. Grund für die Debatten um die Metalle, die nur in wenigen Ländern zu finden sind, ist die Preispolitik Chinas in dieser Sache. Schon seit etlichen Monaten hält die Regierung Chinas daran fest, die Preise für die Seltenen Erden zunehmend anzuheben. Die Volksrepublik ist der größte Förderer und kann es sich somit erlauben, die Verkaufspreise nahezu uneingeschränkt zu kontrollieren.
Und das, obwohl die Rohstoffe letzten Endes weniger rar sind, als es ihr Name zunächst wohl vermuten lässt, wenngleich China insgesamt für die Produktion von etwa 97 Prozent der Seltenen Erden verantwortlich ist. Der chinesische Hersteller Baotou Steel Rare Earth, seines Zeichens der größte Produzent der Metalle plant nun die Preise weiter explodieren zu lassen. Zu diesem Zwecks will der Konzern eine Börse ins Leben rufen, die ihren Sitz in der Inneren Mongolei haben soll. Von Seiten des Landes soll es aktuellen Berichten zufolge keine Einwände geben, die Genehmigung soll bereits erteilt worden sein, damit die neue Plattform ihre Arbeit aufnehmen kann, so die Aussagen des chinesischen Unternehmens.
Einen genauen Termin für den Start der Börse nannte das Unternehmen bisher nicht. Unklar ist zudem, wie die Pekinger Zentralregierung zu dem Vorhaben steht. In den chinesischen Medien jedenfalls hält man den Plan für einen echten Meilenstein bezüglich der Marktregulierung. Bisher waren es vor allem die strengeren Auflagen zum Umweltschutz und die Exportbeschränkungen durch die Regierung, die für den Anstieg der Preise für Seltene Erden den Ausschlag ausgaben.
Schon seit etlichen Monaten ist die Nachfrage nach Öl weltweit auf einem extrem hohen Stand. Nun berichtet die IEA, die Internationale Energieagentur endlich einmal wieder davon, dass der internationale Bedarf erstmals nach einer gefühlten Ewigkeit gesunken ist. Dies geht aus dem gerade veröffentlichten Monatsbericht der Agentur hervor. Wie so oft zeigt sich an diesem Beispiel das klassische Dilemma, bestehend aus den Wechselwirkungen von Angebot und Nachfrage.
Denn aufgrund der hohen Nachfrage war der Ölpreis zunehmend weiter gestiegen. Der hohe Preis hat nun aber eben dazu geführt, dass die Nachfrage vielerorts sank. Ausgerechnet in den USA werden aktuellen Berichten zufolge viele Bürger zunehmend zu bereitwilligen Fußgängern. Normalerweise sind die Amerikaner dafür bekannt, selbst kurze Strecken am ehesten mit dem Fahrzeug zurückzulegen. Um einen dauerhaften Trend wird es sich nach Einschätzungen der IEA Experten bei der Nachfrage-Abschwächung eher nicht handelt. Und auch der zeitweise Kurssturz beim Ölpreis ist aus Sicht der IEA nur vorübergehend.
Hoffnung gibt es jedoch zumindest insofern, dass das Tempo, mit dem der Ölpreis steigt, erst einmal ein wenig abgeschwächt wird. Auch hier spielt die Drosselung der Nachfrage als Folge des vorherigen Preisanstiegs die entscheidende Rolle. Die Gesamt-Ölproduktion weltweit lag laut IEA-Monatsbericht im April 87,5 Millionen Barrel pro Tag. Dies ist ein Rückgang um 50.000 Barrel.
Mittwoch, September 28, 2011
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