Die Ankündigung Chinas, endlich den internationalen (und vor allem den US-amerikanischen) Aufforderungen nachzukommen und die Landeswährung Yuan aufwerten zu wollen, wurden bisher eher skeptisch aufgenommen. Zu häufig hatte man in der Vergangenheit erleben müssen, dass die Regierung in Peking von einer Sache redet und am Ende dann doch völlig anders vorgeht. Dementsprechend überraschend kam die Meldung am heutigen Tage dann auch für manchen Beobachter.
Denn die Volksrepublik hat tatsächlich abermals eine Korrektur des Yuan vorgenommen und damit die Relation zum US-Dollar wenigstens ansatzweise wieder hergestellt. 0,3 Prozent beträgt das Niveau der Aufwertung der Währung gegenüber dem Dollar. Chinas Zentralbank kommt mit dieser Anhebung auf einen Fixing-Wert von 6,7896 einer ständigen Kritik aus dem Ausland nach. Nicht nur in den USA hatte man bemängelt, China habe einzig und allein die eigenen Interessen im Kopf und weigere sich weiterhin, international an einem sinnvollen Gleichgewicht auf dem Devisenmarkt zu sorgen. Mit der heutigen Korrektur erreicht der Yuan seinen Fünf-Jahres-Höchststand.
Überraschend kommt für Insider vor allem die rasche Vorgehensweise Chinas. Denn erst in der letzten Woche hatte die Zentralbank im Reich der Mitte angekündigt, Schritte in dieser Richtung zu prüfen und möglicherweise eine Aufwertung in Betracht zu ziehen. Die USA hatten China vorgeworfen, durch die inzwischen zwei Jahre andauernde Kopplung des Yuan an den Dollar eine Wettbewerbsverzerrung aufrecht zu erhalten. Das wollte man sich nun wohl nicht länger vorwerfen lassen.
Aus Sicht von Umweltschützern hat die Ölpest in der Region des Golfs von Mexiko natürlich vor allem dramatische ökologische Auswirkungen, denn auch weiterhin gelingt es dem Unternehmen British Petrol nicht, das Ölloch endlich zu schließen, damit nicht weiterhin Tag für Tag riesige Mengen Rohöl ins Meer gelangen können. Auch in finanzieller Hinsicht hat das Leck in der Ölleitung gravierende Konsequenzen. So liegen die Kosten schon jetzt in hoher dreistelliger Größenordnung. Insgesamt geht der Konzern BO davon aus, dass sich der Schaden inzwischen auf mehr als eine Milliarde US-Dollar beläuft. Mit diesen Schadenssummen kann sich vor allem einer nicht abfinden: der typische Anleger.
Und so ziehen immer mehr BP-Aktionäre die Reißleine, indem sie sich allmählich zurückziehen. Dabei nehmen viele vormals treue BP-Aktionäre sogar heftige Verluste in Kauf, um Schlimmere Ausfälle zu verhindern. Scharenweise verkaufen die Anleger BP-Aktien. Erst am heutigen Tage nimmt der Kursverlust bei der BP-Aktie abermals ordentlich Fahrt auf. War das Tempo des Kursverfalls bisher noch nicht dramatisch, ist spätestens seit heute endgültig von einem Absturz zu sprechend. Mehr als 15 Prozent verlor die Aktie in den ersten Handelsstunden am Dienstagmorgen, so dass die Aktie auf einen Wert von etwa 420 Pence abstürzte.
Zum Vergleich: Das letzte Mal war die Aktie des Mineralölkonzerns im Jahr 1992 so wenig wert. Und Experten erwarten, dass der Absturz mit jedem weiteren Fehlschlag beim Versuch, das Bohrloch zu schließen, an Geschwindigkeit zulegen könnte. Schon allein die Tatsache, dass die Spezialisten bei BP derzeit nicht mehr wissen, wie sie weiter vorgehen sollen, könnte erneut zu heftigen Kursverlusten an der Börse führen. An der Börse hat die BP-Aktie seit Beginn der Katastrophe rund 63 Milliarden US-Dollar an reiner Marktkapitalisierung verloren.
Inwieweit das kränkelnde Griechenland die wirtschaftliche Staatskrise aus eigener Kraft überstehen kann, bleibt in der jetzigen Situation angesichts der ständig neuen Meldungen und Prognosen von Experten abzuwarten. Sofern sich die EU-Staaten auf faire Konditionen einigen können, scheint eine Rettung mit Hilfe der EU und des IWF möglich. Interessant ist aus Anlegersicht aber eine ganz andere Sache. Schon vor einigen Monaten sorgte die unsichere Lage auf dem Markt für Kapitalanlagen dafür, dass vor allem Rohstoffe bei den Anlegern extrem begehrt waren.
Dies führte über Monate dazu, dass der Goldkurs (ebenso der Rohöl-Kurs) immer neue Höhenflüge erlebte. Aktuell ist aufgrund der schwierigen Lage auf dem Anleihensektor erneut eine vergleichbare Entwicklung zu beobachten, die sich laut Analysteneinschätzung auch noch eine Weile hinziehen könnte. Nicht nur der Goldpreis hat sich mit einem aktuellen Preis von knapp 863 Euro für die Feinunze auf einen historischen Höchststand begeben, der vermutlich nicht der letzte Spitzenwert sein wird. In US-Dollar gerechnet fand sich der Goldpreis ebenfalls nur einige Dollar unter dem bisherigen Topwert ein.
Auch Silber ist mittlerweile bei den Anlegern gefragt und erreichte zum Ende der Woche den höchsten Kurswert seit knapp elf Wochen, angegeben in der Gemeinschaftswährung Euro war Silber sogar seit 2008 nicht mehr so teuer wie jetzt. Aus Sicht von Marktbeobachtern ist das Motiv für die steigende Nachfrage aus zwei Aspekten zusammengesetzt. Einerseits sind die Anleger ängstlich und suchen nach dem sicheren Hafen, um ihr Geld zu investieren. Andere Anleger aber sind wohl eher vom eigenen Profitwunsch getrieben. Denn der Kurs des Edelmetalls scheint beim aktuellen Wert nicht am Ende seiner Kräfte angelangt zu sein. Wer also vor einigen Monaten bereits bei Gold und anderen Rohstoffen eingestiegen ist, darf sich dieser Tage freuen.
Von einer Eskalation des Streits zwischen den USA und der Volksrepublik China will man derzeit wohl noch nicht sprechen. Dennoch scheint der Gesprächsstil allmählich etwas rauer zu werden. In der vergangenen Woche hatte der US-amerikanische Finanzminister Timothy Geithner angekündigt, in den kommenden Wochen endlich einen Bericht zu veröffentlichen, der sich in kritischer Form über die derzeitige Währungs-Politik Chinas äußern soll. Eigentlich sollte dieser besagte Bericht schon früher publiziert werden. Dass man sich damit in Washington nun doch etwas mehr Zeit gelassen hat, wurde vom chinesischen Institut des Wirtschaftsministeriums zwar durchaus positiv aufgenommen.
An eine Aufwertung des Yuan glaubt man beim Institut aber auch nach der Publikation des Schriftstückes nicht. Man will sich nach wie vor nicht reinreden lassen, wenn es um die eigene Währung geht. Bevor etwaige Schritte in Erwägung gezogen werden, will man weiterhin abwarten, ob sich der Export der Volksrepublik auch in den kommenden Monaten weiter erholen kann von der rezessiven Wirtschaftslage in aller Welt. In den USA aber strebt man nach wie vor die baldige Aufwertung des Yuan an. Die aktuelle Ausrichtung ist aus Sicht der USA nicht marktgerecht, der Yuan müsse sich an den Gegebenheiten der Weltwirtschaft und nicht an den chinesischen Zielen orientieren, heißt es im Präsidialamt in Washington.
Abzuwarten ist nun, ob China im Bericht des Ministeriums tatsächlich als Manipulator in Währungsangelegenheiten bezeichnet wird, wie es von vielen Experten erwartet wird. Infolge einer solchen Äußerung aus den USA könnte sich die Regierung in Peking möglicherweise dem internationalen Druck beugen. Dass der Bericht erst am 15. April erscheinen soll, sollte übrigens nicht als Good Will verstanden werden. Eher geht es darum, dass US-Minister Geithner wohl das atomare Gipfeltreffen zum Beginn der kommenden Woche abwarten möchte.
Die momentan kritische Lage zwischen den beiden Nationen USA und China spitzt sich immer weiter zu. Zuletzt hatte die Regierung in Peking gefordert, die internationalen Spekulationen über eine Aufwertung der chinesischen Währung Yuan müssten endlich aufhören. Man selbst werde entscheiden, wann eine solche Korrektur nötig sei, aktuell jedenfalls habe man wirtschaftlich alles unter Kontrolle. In den USA sieht man die Sache allerdings weit weniger entspannt.
Dort sieht man die künstlichen Bemühungen, den Yuan im Wert niedrig zu halten als einen wesentlichen Grund für die weltweite Rezession. Auch sorge der Widerstand aus der Volksrepublik dafür, dass sich die Weltwirtschaft nicht im nötigen Umfang erholen kann. Für die eigene Binnenwirtschaft ist man sich sicher, dass die Schwächung des Yuan erforderlich ist, um den Arbeitsmarkt in den USA wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Und so haben fünf Senatoren im US-Kongress einen Gesetzesentwurf eingebracht, der vorsieht, dass die USA-Behörden oder Handelsministerium stärker als bisher Einfluss und Kontrollen über die Wechselkurse erhalten sollen.
Künstliche Einflussnahme, wie man sie derzeit China vorwirft, wäre bei Umsetzung der Vorlage zukünftig als eine Form der nicht zulässigen Subvention sogar unter Strafe gestellt. Direkte Hinweise auf China als Ziel des Gesetzesentwurfs finden sich nicht, die Initiatoren des Schriftstücks selbst sich aber bereits einen vorrangigen Bezug zur derzeitigen Finanzpolitik Chinas. Für viele Experten in den USA ist China aktuell der große Manipulierer der Finanz- und Devisenmärkte.
Die derzeitigen finanziellen Probleme des europäischen Sorgenkindes Griechenland haben die Gemeinschaftswährung Euro zuletzt schwer belastet. Groß waren die Sorgen darüber, ob Griechenland möglicherweise sogar aus Eurozone aussteigen müsste. Nun jedoch gibt es neue Hoffnungen, die auch dem Euro selbst wieder auf die Sprünge helfen konnten. Nach der Bekanntgabe, dass Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank, früher als geplant ein Notenbanker-Treffen im australischen Sydney verlassen würde.
Sein Ziel, die Teilnahme an einem informellem Gipfel der Europäischen Union, ließ die Anleger und Experten aufmerksam werden. Analysten werteten die neuen Reisepläne und das Ziel des Abflugs Trichets als Hinweis darauf, dass die EZB und die EU gemeinsame Schritte mit dem Ziel einer finanziellen Unterstützung für Griechenland in Angriff nehmen wollen. Auch auf dem Devisenmarkt allgemein löste die Nachricht über das Gipfeltreffen eine stärkere Nachfrage im Bereich der so genannten Short-Positionen aus.
Diese Entwicklung konnte dem Euro wie so oft zusätzlich helfend zur Seite stehen. Verbessern konnte sich der Euro insbesondere im Vergleich zum Pfund Sterling. Dies ist die Folge der Meldungen zum britischen Handelsbilanzdefizit. Diese fiel mit einem Wert von 7,3 Milliarden Pfund um eine halbe Milliarde höher aus als im Monat zuvor. Erwartet worden war indes, dass das Defizit sinken würde. Den Euro jedenfalls freut es.
Freitag, Juni 25, 2010
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