Wenn sich bei Anlagemodellen über Monate hinweg ein Höhenflug abzeichnet und plötzlich Kursverluste zu beobachten sind, macht sich mancher Anleger – mitunter aus gutem Grund – Sorgen, dass eine Trendwende bevorstehen könnte. Auch im Falle des Edelmetalls Gold sind solche Gedankenspiele aktuell an der Tagesordnung. Denn in den vergangenen Tagen seit Ende der letzten Woche büßte der Goldpreis einiges ein. Doch statt sich aus dem Markt zurückzuziehen, nutzten viele Investoren die Gunst der Stunde, um bei sinkenden Kursen zuzuschlagen und ihr Gold-Portfolio aufzustocken.
Infolge dieser Investitionsfreude konnte der Goldkurs entsprechend die kurzfristigen Verluste wieder gutmachen. Und trotz der vorübergehenden Beruhigung auf dem Goldmarkt gehen Analysten davon aus, dass die Hochphase des Edelmetalls noch lange nicht beendet ist. Solange der Finanzmarkt von Unsicherheit geprägt ist, so die Einschätzung vieler Experten, wird auch Gold weiterhin gefragt bleiben. Mancher Branchenkenner geht sogar davon aus, dass der derzeitige Kurs rund um die Marke von 1200 US-Dollar pro Unze Gold längst nicht das Ende der Fahnenstange sein könnte.
Spielraum attestieren Experten dem Goldkurs sogar bis zu einem Maximum von bis zu 8000 US-Dollar. Doch das ist natürlich nichts anderes als Spekulation. Zumal die Frage erlaubt sein muss, wie sich der Preis für Gold – und für Alternativen wie Platin und Silber ebenfalls – entwickeln wird, wenn die Märkte schrittweise vielleicht wieder zur alten Stärke zurückkehren sollten, so dass auch die Anleger wieder mit größerer Zuversicht und dem früheren Vertrauen investieren werden. Noch ist diese positive Veränderung nicht absehbar.
Kreativität ist im wirtschaftlichen Umfeld eben mindestens genauso gefragt wie im Werbesektor. Zu dieser Einsicht ist man nun zumindest im schönen Reutlingen gekommen. Geld oder Zigaretten am Automaten zu holen, reicht dem Unternehmen Ex Oriente Lux AG längst nicht mehr aus. Chef Thomas Geissler und seine Mitarbeiter hatten im Verlaufe einer Geschäftssitzung den innovativen Gedanken, Verbrauchern einen Service der ganz besonderen Art anbieten zu wollen. So können Anleger in der badischen Stadt neuerdings das Edelmetall Gold am Automaten erstehen. Keineswegs werden den Interessenten nur Goldbarren in verschiedenen Größen zwischen einem und 250 Gramm angeboten, auch Münzen können am Automaten bezogen werden.
Der erste deutsche Automat ist zugleich der weltweit zweite. Der erste Goldautomat steht in einem Luxushotel in Abu Dhabi und scheint dort bereits auf großen Zuspruch zu stoßen. Die Nutzung des Automaten ist denkbar einfach. Die Kunden wählen über einen Touchscreen-Monitor ihr begehrtes Produkt aus. Die Kurse werden im 10-Minuten-Takt via Internet abgeglichen, damit die Kunden stets die die aktuellsten Kurse erhalten beim Goldkauf am Automaten. Die Bezahlung erfolgt wahlweise in bar, mit der Ec-Karte oder per Kreditkarte. Insgesamt zehn verschiedene Goldprodukte stehen zur Auswahl für Kunden, denen der Sinn nach Sicherheit beim Anlegen steht.
Vor dem Kauf können sich die Verbraucher die verschiedenen Anlageformen hinter einer Panzerglasscheibe anschauen. Laut Hersteller Ex Oriente Lux AG erfreut sich der Golderwerb am Automaten in Reutlingen selbst steigender Nachfrage. Derzeit wird das Gerät im wöchentlichen Rhythmus aufgefüllt. Die Planung für weitere Modelle läuft bereits auf Hochtouren, damit Goldliebhaber in Zukunft auch in anderen Regionen Deutschlands den bequemen Kauf am Automaten vornehmen können.
In den vergangenen Tagen grassierten immer wieder Meldungen darüber in den Wirtschaftsmagazinen, dass die Notenbank im Korea angeblich mit dem Gedanken spiele, die derzeitigen Goldreserven weiter auszubauen. Die Gerüchte entsprechen nicht der Realität. So jedenfalls lassen es die Aussagen eines Notenbank-Mitarbeiters aus dem Management erkennen. Insbesondere die Tatsache, dass mit Gold keine Erträge erzielt werden können und dass es dem Edelmetall an der nötigen Werthaltigkeit fehle, spreche gegen eine Aufstockung der derzeitigen Reserven in diesem Bereich.
Die Experten der Koreanischen Notenbank sprechen vielmehr sogar davon, dass Gold derzeit überbewertet – die Rede ist von einer regelrechten Illusion beim Goldpreis – sei. Als eine Variante der Rücklagen sei Gold zwar durchaus sinnvoll. Doch jenseits der derzeitigen Bestände sei ein erneuter Kauf kaum sinnvoll.
Für die Richtigkeit dieser Position spricht aus Sicht der Notenbank Koreas insbesondere das Vorgehen der anderen Notenbanken aus allen Teilen der Welt. Nur eine überschaubare Zahl der Banken habe in den vergangenen Tagen und Wochen in Gold investiert. Die Bank of Korea liegt auf der Liste der Nationen mit den größten Reserven in Fremdwährungen auf dem sechsten Platz mit einem Gesamtvolumen der Fremdwährungsreserven in Höhe von 271 Milliarden US-Dollar.
Noch vor wenigen Wochen waren für viele Anleger wie eigentlich immer dann, wenn eine Krise den Markt bedroht, Gold und andere Edelmetalle das einzig richtige Angebot, um sich mit guter und langfristiger Rendite auszustatten. Doch genauso oft kommt es unerwartet frühzeitig immer wieder zu neuen Parametern, die aus den vormals guten Investitionsmodellen rasch wieder durchschnittliche Finanzprodukte werden lassen.
So ist es aktuell mal wieder der relativ starke Dollarkurs, der an der Börse für einige Verwirrung sorgen konnte. Seit jeher besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Wert des kostbaren Edelmetalls und der US-Währung. So verlor der Goldpreis zwar bisher nicht in gravierendem Ausmaß und konnte sich zuletzt wieder einpendeln. Richtig ist aber eben auch, dass der Höhenflug des Kurses einstweilen gestoppt zu sein scheint.
Analysten sehen unter Schwierigkeiten bei der Goldförderung in Peru und Südafrika als eine Erklärung dafür an, warum der Kurs für Gold nicht weiter gesunken ist, obwohl der Dollar weiter an Wert zugelegt hat. Für die kommenden Jahre gehen die Experten jedoch für einen weiteren Wertzuwachs. Nur mit kurzfristigen Spitzengewinnen sollen potentielle Käufer eher nicht rechnen.
Wer in der heftigsten Phase der Wirtschaftskrise vor einigen Monaten zu denen gehörte, die ihr Kapital in Gold investierten, kann sich nun entspannt zurücklehnen und den eigenen Finanzen beim Wachsen zusehen. Denn Experten für den Edelmetall-Sektor gehen fest davon aus, dass der Goldpreis auch weiterhin steigen wird. Obwohl vor Monaten bereits ein Ende des Anstiegs vorhergesagt worden war, ist man dieser Tage sicher, das Ende der Fahnenstange sei doch noch nicht erreicht.
Die Feinunze Gold könnte denn schon bald die magische Grenze von 1000 Dollar hinter sich lassen. Vor allem in Japan ist die Nachfrage nach Gold ungebrochen, doch auch international findet das Metall weiterhin neue Anhänger, die sich nicht mehr wie bisher auf den klassischen Kapitalmarkt verlassen wollen. Momentan befindet sich der Goldpreis zwar unter dem letzten Dreimonatshoch.
Dennoch sehen die Analysten den Grund hierfür im augenblicklich starken Kurs des Dollars. Bereinigt wäre der Kurs in dieser Woche nur wenige Dollar unter der 1000-Dollar-Grenze zu finden gewesen. Allein seit dem Jahreswechsel hat Gold eine rund elfprozentige Wertsteigerung hingelegt. Selbst Großinvestoren – vor allem aus der Volksrepublik China – finden zusehends Gefallen am wertvollen Rohstoff Gold und lassen den Kurs in aller Ruhe weiter klettern.
Zuletzt waren es vor allem die Meldungen über die chinesischen Goldreserven, die einmal mehr Diskussionen über den Sinn von Goldkäufen auslösten. Ob Gold jedoch für den normalen Durchschnittsanleger wirklich eine sinnvolle Alternative darstellen, diese Frage findet keine eindeutige und zufrieden stellende Antwort.
Viele Verbraucher ziehen Gold als Investition in Betracht, um ihr Geld sicher in Zeiten der steigenden Inflation anzulegen und so ihr vorhandenes Vermögen zu schützen. Unkritisch ist dieser Ansatz jedoch schon allein deshalb nicht, weil Gold einerseits momentan alles andere als günstig ist aufgrund der großen Nachfrage der vergangenen Monate. Zudem sind Experten der Auffassung, dass die regelmäßigen Preisschwanken beim Edelmetall durchaus ein nicht unerhebliches Risiko für Vermögensverluste beinhalten.
Die richtige Strategie ist also auch in diesem Fall die Streuung des angesparten Kapitals. Einzig auf Gold sollten die Anleger nicht vertrauen, sondern nur einen Teil ihres Geldes in dieser Form investieren, wenn sie sich für Gold entscheiden. Ein ähnlicher Ansatz könnte mitunter eher die Investition in Anteile an Goldminenunternehmen sein, um auf diesem Wege am steigenden Goldpreis teilzuhaben.
Mittwoch, August 25, 2010
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