Bisher war die ausgesprochen locker anmutende Finanzpolitik in den USA vor allem in der Heimat selbst als mögliche Gefahr für erneute Krisenauswüchse gedeutet worden von verschiedenen Experten. Janet Yellen jedoch, die Präsidentin der Notenbank von San Francisco, gibt nun in einer aktuellen Stellungnahme zu bedenken, dass die momentane Geldpolitik von Seiten der der US-Notenbank Federal Reserve durchaus auch international zu Problemen führen könnte. Zum Beispiel an asiatischen Standorten wie China oder Hongkong, so die Chefin der regionalen Zentralbank in ihrer Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage.
Der Grund ist offensichtlich. In Asien und vor allem in China konnten sich die Volkswirtschaften mitunter deutlich schneller von der Wirtschaftskrise erholen, als dies in den USA der Fall war. Bedingt durch diese Entwicklung könnte die US-Geldpolitik nun vor Ort extrem stimulierend wirken, nicht zuletzt aufgrund der Kopplung der nationalen Währungen an den US-Dollar. Diese direkte wirtschaftliche Bindung sorgt auch für eine Auswirkung der Politik der US-Notenbank auf Hongkong und China.
Die Bank-Chefin Yellen weist als mögliche Maßnahme auf eine Wechselkurs-Anpassung in China hin, um eine weitere Zunahme der Inflationsgefahr zu verhindern. Einstweilen deutet nichts darauf hin, dass die US-Notenbank den Leitzins bald wieder anheben wird, derzeit liegt dieser Wert in den USA bei maximal 0,25 Prozent. Fed-Chef Bernanke jedenfalls will derzeit nichts von der Gefahr einer erneuten Spekulationsblase wissen.
Wie unterschiedlich in den verschiedenen Teilen der Welt mit der Krise umgegangen wird, lässt sich immer wieder an den Meldungen der chinesischen Regierung in Peking ablesen. Während etwa der deutsche Bankenverband für das neue Jahr mit erheblichen Kreditausfällen rechnet und Arbeitsmarkt-Experten mit massiven Verlusten von Arbeitsplätzen rechnen, ergreift China erneut die Initiative. Obwohl der Handel in der Volksrepublik schon jetzt deutlich besser aus der Krise hervorgegangen ist als es in manch westlichem Land funktioniert hat, sollen auch 2010 massive Förderprogramme der Wirtschaft zusätzlichen Auftrieb geben.
Zu entnehmen sind die Vorgaben für das noch junge neue Jahr den Statements des chinesischen Finanzministers Xie Xuren, der öffentlich auf die Gefahr eines zu frühen Endes der momentanen aktiven Fiskalpolitik hinwies. Für die kommenden Monate müssten finanzpolitische Maßnahmen dafür sorgen, dass Binnennachfrage in der jetzigen Form aufrecht erhalten bleibt. Derzeit blüht die Wirtschaft in China einmal mehr sowohl den Export als auch den Import betreffend. Die momentanen Prognosen gehen von einem Wachstum von fast elf Prozent für die letzten drei Monate des abgeschlossenen Jahres aus. Die Exporte bringen es dabei zum Jahresende allein im Dezember auf ein Plus von fast 18 Prozent.
Wie deutlich China auf Wachstumskurs ist, zeigen die eigentlichen Erwartungen der Analysten: Sie waren nur von einem Wachstum in Höhe von etwa vier Prozent ausgegangen. Erfolg verbuchten die staatlichen Fördermaßnahmen zum Beispiel bei den Autoverkäufen. So hat China inzwischen die frühere Position der USA als Automarkt Nummer 1 in der Welt übernommen. 2009 erreichte China ein Plus von 53 Prozent.
Erst gestern thematisierten wir an dieser Stelle die sinkenden Umsätze im Exportgeschäft, unter denen die deutsche Wirtschaft zu leiden hat. Zumindest innerhalb der EU gibt es teils erhebliche Ausfälle, die von den Exporteuren mit erheblichen Sorgenfalten quittiert werden. Doch wie so oft gibt es einen Hoffnungsschimmer, und dieser heißt einmal mehr – wie so oft in den vergangenen Monaten – China. Denn völlig gegen den Trend kann das dritte Quartal den China-Export betreffend sehr wohl überzeugen.
Die deutschen Unternehmen verbuchten in der Zeit von Anfang Juli bis Ende September 14,5 Prozent Wachstum verglichen mit dem Referenzzeitraum des Vorjahres. Vor dem Hintergrund, dass die deutschen Firmen des Exportgewerbes bei den fünf Nationen, in die bisher die meisten Exportwaren versendet werden (USA, Frankreich, Italien, Großbritannien und die Niederlande, ein Minus von teilweise mehr als 30 Prozent hinnehmen mussten, ist dieses Ergebnis nicht nur höchsterfreulich.
Vor allem sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache bezüglich der weiterhin zunehmenden Bedeutung, die der Import in der Volksrepublik China für die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren noch haben wird. Zumindest dann, wenn die bisherigen Konjunkturprogramme als Maßnahme gegen die Wirtschaftskrise in Peking fortgesetzt werden sollten.
Nicht nur in der direkten Nachbarschaft des arabischen Emirates hatten die Meldungen über eine gravierende finanzielle Schieflage Dubais für Komplikationen an den Börsen gesorgt. International fürchteten viele Anleger, die Finanzkrise könnte einen erneuten Höhepunkt erreichen. Deshalb zogen sich viele Anleger vom Parkett zurück, was die Kurse in vielen Bereichen heftig ins Schwanken bracht. Nun ist der Engpass des Emirates Dubai erst einmal überstanden.
Denn das Nachbarland Abu Dhabi hat der Regierung Dubais einen Kredit mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet knapp 6,8 Milliarden Euro bereitgestellt. Der Verwendungszweck für das frische Kapital steht bereits fest. So sollten vorrangig dies Schulden beglichen werden, die das staatliche Bauunternehmen Nakheel zu bewältigen hat. Allein hierfür sind mehr als vier Milliarden US-Dollar fällig. Der Kredit kommt keinen Tag zu früh, denn die Gelder waren als so genannte islamische Schuldverschreibungen flüssig gemacht worden, deren Fälligkeit zum heutigen Tag anstand.
Die Meldungen über das Darlehen verhalfen auch der Börse in Dubai zu Erholung. So stieg der Index am ersten Tag der neuen Börsenwoche um rund ein Zehntel. Die restlichen Mittel aus dem Darlehen sollen in gleicher Weise dafür eingesetzt werden, das auch das staatliche Unternehmen Dubai World verwandt im Frühjahr bestehende Schulden bezahlen kann.
Schon seit fast einer Woche kursieren die Gerüchte über die scheinbar mehr als gravierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit denen sich das über Jahre hinweg boomende Emirat Dubai derzeit konfrontiert sieht. Mit der absehbaren Folge, das die Aktienkurse an der Börse des Landes zum Teil dramatisch in den Keller gingen. Und auch im Nachbarstaat Abu Dhabi haben die Meldungen einen negativen bleibenden Eindruck an der Börse hinterlassen.
Die Dubaier Börse gab schon zum Start der neuen Handelswoche um über sieben Prozent. In Abu Dhabi fiel das Eröffnungsminus sogar noch erheblicher aus, dort büßte der Aktienindex mehr als acht Prozent ein. Besonders in Mitleidenschaft wurden die Aktien von Unternehmen aus der Immobilienbranche gezogen, auch im Sektor Telekommunikation und bei den Energiekonzernen musste man mit ansehen, wie die Aktien in den Keller gingen.
Einstweilen ist weiterhin unbekannt, wie und wann Dubai die öffentlichen Schulden mit einem Gesamtvolumen von mindestens 80 Milliarden US-Dollar bewältigen könnte. Erste Aktien wurden bereits vorübergehend vom Handel ausgesetzt, um das Verlustrisiko und komplette Abwertungen der Wertpapiere zu verhindern.
Dass die Volksrepublik für die weltweiten wirtschaftlichen Entwicklungen zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist sicher nicht mehr ganz neu. Doch wie schnell China sich in dieser Richtung entwickelt hat und dies auch in den kommenden Jahren tun wird, hat selbst manchen Experten überrascht. Für das Jahr 2010 erwartet man in China nun auch weiterhin ein erhebliches Wachstum. 8,5 Prozent sollen es im kommenden Jahr sein.
Schneller als manch andere führende Nation hat die Volksrepublik durch staatliche Konjunkturprogramme und andere Maßnahmen geschafft, die Wirtschaftskrise hinter sich zu lassen und positiv nach vorn zu sehen. Schon im vergangenen Oktober war die chinesische Wirtschaftsleistung wieder auf dem Niveau angekommen, dass sie vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise erreicht hatte.
Mit einer prognostizierten Inflationsrate von 2,5 Prozent sieht man für ein fortgesetztes Wachstum keine wesentliche Gefahr, wie die Daten des Sicherheitsjournals der Sachverständigen beim Staatlichen Informationszentrum. Schritte müssen 2010 allerdings möglicherweise ergriffen werden, um die rasante Zunahme des Kreditvolumens in China einzudämmen.
Dienstag, Februar 9, 2010
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