Nicht alles, was die Medien derzeit mit Blick auf die europäische Schuldenkrise zu berichten wissen, scheint die Verbraucher in Deutschland zu beunruhigen oder überhaupt zu interessieren. Denn trotz der negativen Schlagzeilen hinsichtlich einer möglichen weiteren Zuspitzung der Euro-Krise sowie schauen die Verbraucher hierzulande halbwegs zuversichtlich nach vorne. Seit Juni dieses Jahres waren die Einschätzungen zur Wirtschaftsentwicklung im direkten Vergleich zum Vormonat stetig gesunken. Bis jetzt. Denn im Dezember 2011 fielen die Erwartungen erstmals wieder besser aus als noch im November. Die kann aber nicht dafür sorgen, dass die Konsumenten in der Vorweihnachtszeit mehr Geld in den Handel tragen als im Vorjahr. Vielmehr wissen die Händler zu berichtet, dass die Kauflaune der Verbraucher zuletzt doch merklich gesunken ist.
Das geht aus der aktuell publizierten Konsumklima-Studie hervor, die regelmäßig von den Experten der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung erstellt wird. Die GfK kommt aber zugleich zu dem Ergebnis, dass die Umfrageteilnehmer für 2012 mit steigenden Einkommen und einer noch besseren Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt ausgehen. Der eigentliche Konsumklimaindex wird für den kommenden Januar mit 5,6 Punkten angegeben, dem gleichen Wert wie im Dezember. Der Index zur Konjunkturerwartung kletterte auf einen Wert von 0,9 Punkten – ein Zuwachs von rund sechs Punkte im Vormonatsvergleich. Im Falle des Index zur Einkommenserwartung stieg der bisherige Wert um 2,9 Punkte auf nun immerhin 34 Punkte. Die Sorgen und Ängste bezüglich einer drohenden persönlichen Arbeitslosigkeit und einem allgemein Anstieg der Arbeitslosenzahl sinken also weiterhin.
Demgegenüber steht leider der Anschaffungsneigungs-Index der GfK. Nach Durchführung der aktuellen Umfragen sank er auf 27,4 Punkte – dies ist ein Rückgang um satte 12,9 Punkte. Logisch scheint gerade dieser Trend aus Sicht der Experten der GfK in Krisenzeiten eher nicht. Denn die Verbraucher legten ihr Geld in Krisen lieber in Gold oder Immobilien an, als sich auf schlecht verzinse Geldanlagen zu verlassen. Ungeachtet dieser Entwicklung des Index rechnet man bei der GfK aber damit, dass der Privatkonsum in Deutschland in den kommenden Jahren auch weiterhin eine wichtige Größe sein wird für die gesamte Wirtschaft und den erhofften Aufschwung. Die Rechnung ist einfach: Gehen die Exporte zurück, steigt idealerweise die Nachfrage im Inland.
Fragte man Chinas führende Politiker nach der wirtschaftlichen Lage im Reich der Mitte, würde man vermutlich die Antwort erhalten, dass alles nach wie vor bestens läuft. Lediglich die drohende Immobilienkrise scheint der Regierung Probleme zu bereiten, während die über Monate hinweg gestiegene Inflationsrate allmählich wieder unter Kontrolle gebracht werden konnte durch die verschiedenen zinslichen und konjunkturellen Maßnahmen. Und auch die internationale Situation wie die europäische Schuldenkrise kann China nichts anhaben – wenigstens sieht man dies in China selbst so. Doch diese Einschätzungen teilen andere Experten derzeit eher nicht. Und zum Kreis dieser Zweifler gehören die Analysten der Weltbank.
Sollte es in Europa zum Schlimmsten, also einer waschechten Rezession kommen, würde dies auch die Volksrepublik China schwer treffen. Dieser Meinung ist Justin Lin, der amtierende Chefökonom der Weltbank. Im Falle einer Verschärfung der Schuldenkrise würden auch die Schwellenländer und die so genannten Entwicklungsländer in Mitleidenschaft gezogen. Auch und gerade China, denn die Volksrepublik ist als Exportweltmeister in erheblicher Weise von den wirtschaftlichen Entwicklungen in Europa abhängig. Großen Spielraum für erneute Konjunkturprogramme sieht man bei der Weltbank auch für die Staaten wie China, Brasilien oder Indien nicht. Relevant sei in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung der Märkte in den genannten Ländern, die sich im Aufschwung befinden.
Dort haben sich nach Aussagen des Weltbank-Experten längst vergleichbare Systeme und Muster entwickelt, weshalb es dort ähnlich wie in den Industrieländern eher am nötigen Vertrauen der Anleger und Investoren fehlt, dass ein Land wie China im Falle einer wirtschaftlichen Verschlechterung in Europa aus eigener Kraft eine Krise überstehen könnte. Abgekoppelt voneinander könnten die Volkswirtschaften inzwischen nicht mehr betrachtet werden. Ein Weg der Vorbeugung könnte laut Justin Lin sein, wirtschaftlich „auf die Bremse“ zu treten. So könnte man in China und anderen Schwellenländern dafür sorgen, dass zumindest die eigene Wirtschaft in der notwendigen Weise stabilisiert wird.
Die Entwicklung ist wie so häufig nur allzu verständlich: Je länger und intensiver Experten über die wirtschaftlichen Probleme diskutieren, desto deutlicher sind die bleibenden Eindrücke bei den Bürgern. Ein gutes Beispiel für die Richtigkeit dieser Aussage zeigt sich momentan im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise. Noch im Monat Juni waren die deutschen Konsumenten sehr kauffreudig, doch die anhaltenden Spekulationen über eine Zuspitzung der Krise hinterlässt Spuren – auch beim Konsumverhalten der Bundesbürger. Im Juli 2011 erhielt die Verbraucherstimmung hierzulande einen spürbaren Dämpfer. Verglichen mit dem Vormonat fallen die Einschätzungen der Verbraucher zur Gesamtentwicklung der Wirtschaft in Europa und eben auch bezüglich der Einkommensentwicklungen negativer.
Das zeigt der am heutigen Tage veröffentlichte Konsumklima-Index der Gesellschaft für Konsumforschung mit Sitz in Nürnberg. Auch wenn das Meinungsforschungsinstitut GfK bestätigt, dass die Kauflaune an sich weitestgehend unverändert ist. Der so genannte Gesamtindikator im Konsumklima-Index der GfK gab im Juli um 0,2 Punkte nach und liegt damit nun nur noch bei einem Wert von 5,5 Punkten. Die Prognosen für den Monat August gehen ebenfalls von einem Rückgang aus, wenn auch nur von einem minimalen in einer Größenordnung von 0,1 Punkten. Der vorbildliche Konjunkturoptimismus jedenfalls, den die Bürger bis dato erkennen ließen, erlebt jedenfalls derzeit einen Trübung.
Viele Bürger nennen gerade die Probleme mit der Verschuldung Griechenlands und anderer Euro-Länder als Grund für ihre zunehmenden Bedenken. Dabei beziehen sich die Sorgen der Bürger vorrangig auf die Befürchtung, dass eine mögliche griechische Staatspleite die Europäische Union und vor allem auch Deutschland noch stärker als bisher finanziell belasten würde. Die gute Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hingegen sorgt laut den Konsumforschern dafür, dass die Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz eher überschaubar und die Bereitschaft für größere Ausgaben erhalten bleiben.
Frank-Jürgen Weise, der Chef der Bundesagentur für Arbeit hatte pünktlich zu den Ostertagen seine Einschätzungen zur bevorstehenden Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Berufstätige aus dem osteuropäischen Raum im Zuge der neuen Vorgaben der Europäischen Union mitgeteilt. Seiner Ansicht nach ist mit etwa 140.000 Zuwanderern jährlich zu rechnen. Diese Auffassung jedoch teilen keineswegs alle Experten. Das Wiesbadener Statistische Bundesamt geht von deutlich mehr Mitbewerbern aus Ländern wie Polen, Litauen oder Lettland aus als der BA-Chef.
Als Grund nennt die Behörde vor allem die höheren Verdienstmöglichkeiten auf den Arbeitmarkt in Deutschland. Auch die geringe Arbeitslosenquote wird als Argument für das Interesse ausländischer Arbeitnehmer genannt. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit könnte diesen Einschätzungen zugfolge dazu führen, dass weit mehr Arbeitnehmer aus den acht EU-Staaten und den drei baltischen Staaten in Deutschland ihr Glück suchen werden. Diese Meinung vertreten auch die Arbeitsmarktexperten des Institut der Deutschen Wirtschaft IW.
Der Chef des Instituts, Michael Hüther nannte am heutigen Tage eine Größenordnung von rund 800 0000 Menschen aus den besagten Raum Osteuropas, die ab Anfang Mai innerhalb von rund zwei Jahren in die BRD kommen könnten, um hier mehr Geld verdienen zu können. Die bestehenden Engpässe in vielen Bereichen der deutschen Wirtschaft aber könnten dazu führen, dass sich die Auswirkungen eher in Grenzen halten. Bei der Aussage beruft sich das arbeitgebernahe IW auf Befragungen unter Zuwanderern und bisherige Erfahrungswerte. Von mehr als 800.000 Zuwanderern geht das Institut in seiner Erhebung nicht aus. Die Hoffnungen zielen darauf, dass vor allem höher- oder hochqualifizierte Berufstätige den deutschen Arbeitsmarkt als Chance erkennen werden.
Bisher hatten vor allem Wirtschaftsanalysten ihrem Unmut bezüglich der notwendigen Rettungsmaßnahmen innerhalb der Europäischen Union Luft verschafft. Denn es war und ist nicht absehbar, ob die laufende Euro-Rettung ihren Zweck tatsächlich erfüllen kann, oder ob finanzschwache Staaten wie Portugal eventuell doch noch weitere Hilfszahlungen beanspruchen müssen, um die Krise überstehen zu können. Derzeit sind es vor allem die Sorgen mit Blick nach Griechenland und einer drohenden Umschuldung, die zu Sorgenfalten führen.
Doch auch Euro-Länder wie Portugal und Irland sind längst nicht über den Berg. Nun zeigt eine aktuelle Umfrage des Magazin „Stern“, dass sich die Bürger ebenfalls massive Sorgen machen, welche weiteren Schritte nötig sein können, um der Gemeinschaftswährung Euro wieder die nötige Stabilität zu verschaffen. Bedenkliche 60 Prozent der befragten 1002 Personen erwarten für Deutschland erhebliche Kosten durch die Euro-Rettung. Ein beunruhigendes Ergebnis aus Sicht der Experten. Neben den steigenden Zinsaufschlägen auf Staatsanleihen Griechenlands sorgen auch die neuen Einschätzungen zur Kreditwürdigkeit der USA bei den Bürgern für zusätzliche Skepsis.
38 Prozent der Deutschen machen sich nach eigener Aussage „große Sorgen“, 22 Prozent sprechen gar von „sehr großen“ Bedenken, dass vor allem Deutschland mit hohen zusätzlichen Kosten konfrontiert werden könnte. Vollkommen bedenkenfrei sind nur knapp 14 Prozent der Bundesbürger in dieser Sache. Einen Anstieg der Ängste zeigt die Umfrage mit steigendem Alter der befragten. Während sich die Gruppe der Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren „nur“ zur Hälfte um hohe Kosten sorgt, herrscht diese Erwartung in der Altersklasse der 30- bis 44-Jährigen zu 61 Prozent vor. Noch schlechter fallen die Erwartungen bei den älteren Bürgern aus.
Wirtschaftliche Wachstum und der derzeitige Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland haben für die Erwerbstätigen im Lande zunächst einmal vor allem positive Veränderungen herbeigeführt. So schließen immer mehr Unternehmen neue Arbeitsverhältnisse mit Arbeitnehmern ab, ohne dabei wie bisher gerne auf Zeitarbeitsfirmen zu setzen. Der Aufschwung hat aber auch zu einem Anstieg der Löhne in Deutschland geführt. Mit der Folge, dass die Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber gestiegen sind. Eine neue Publikation des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden weist nun durchschnittliche Kosten in Höhe von 29,20 Euro pro geleisteter Arbeitsstunde bei den deutschen Unternehmen aus.
Mit diesem Ergebnis ist die Arbeit deutscher Arbeitnehmer erst einmal kostspieliger als in vielen anderen europäischen Ländern, so das Resultat der Auswertung der Statistiker. Die Lohnnebenkosten hingegen fallen rein prozentual gesehen in Deutschland aber geringer aus im europäischen Durchschnitt, wenn man sich den Arbeitgeberanteil anschaut. Die Arbeit deutscher Arbeitnehmer ist insgesamt teurer als im europäischen Ausland. Die Lohnnebenkosten für Arbeitgeber jedoch bleiben hinter dem EU-Schnitt zurück. Die eigentlichen Kosten pro Arbeitsstunde liegen etwa 32 Prozent über dem Durchschnittswert. Nochmals 12 Prozent zahlen jedoch die Unternehmen in Frankreich. Europaweit liegt Deutschland auf dem siebten Platz der Statistik. Bei einem Lohnnebenkosten-Anteil von 28 Prozent liegt die BRD nur auf Platz 15.
Hier sind Schweden (51 Prozent) und die Frankreich (49 Prozent) an der Spitze anzutreffen, wenn es um die Beitragsleistungen für die betriebliche Altersvorsorge und die Sozialabgaben geht. Besonders teuer wird es in Deutschland bei Unternehmen der Industrie sowie bei Banken, Versicherungskonzernen oder Vertretern der Energiebranche. Die Positionen im Mittelfeld des Rankings lassen sich damit begründen, dass die Behörde den Anteil der Arbeitnehmer nicht mit einbezogen hat. Unterm Strich käme Deutschland bei Zusammenfassung von Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteilen eine vordere Stellung in der Erhebung zu, die Bruttolöhne hierzulande sind überdurchschnittlich hoch für EU-Verhältnisse.
Dienstag, Dezember 20, 2011
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