In der akuten Phase der Finanzkrise rieten Anlageberater den Sparern vor allem von den so genannten geschlossenen Fonds ab. Vielfach wurde auf das Motto „mitgehangen, mitgefangen“ hingewiesen, wenn es um die Risiken dieser Fondsmodelle ging. Als vorbildlich und vergleichsweise sicher wurden vielfach die offenen Immobilienfonds bezeichnet, doch zuletzt sorgten Berichte über die Schließung dreier solcher Fonds für Sorgenmienen bei den Anlegern. Nummer 3 im Bunde war das Angebot „P2 Value“ der US-Anbieters Morgan Stanley, der erst Ende des vergangenen Oktobers seine Pforten schloss.
Etwas Ruhe in die hitzige Situation bringt nun ein aktueller Test des Magazins „Finanztest”. Die Experten von Stiftung Warentest bestätigen, dass etliche der offenen Fonds nicht nur recht gut aufgestellt sind, einige Produkte können sogar sehr gute Ergebnisse in den vergangenen Monaten vorweisen. Die drei besten Modelle (darunter auf dem Spitzenplatz das Angebot „grundbesitz europa“ von Deutschlands größter Privatbank Deutsche Bank). Im Vergleich mit den kürzlich aufgelösten Fonds-Modellen mit Punktlandungen von zehn bis 20 Punkten bringen es die Besten im Test auf Ergebnisse von teils deutlich mehr als 70 Punkten.
Nach Aussagen der Experten des Magazins sollten Anleger vor einer Investitionsentscheidung zugunsten der (offenen) Immobilienfonds vor allem auch die so genannte Leerstandsquote sowie die Laufzeiten von Mietverträgen im Auge behalten. Eine möglichst geringe Quote ist eines der wesentlichen Auswahlkriterien. Im Test waren insgesamt 21 Fonds. Ein Drittel dieser getesteten Angebote ist derzeit wenigstens vorübergehend geschlossen. Schließen und somit die Rücknahme von Anteilen verweigern dürfen die Fondsgesellschaften aus rechtlicher Sicht für bis zu zwei Jahre. Zudem besteht Spielraum für eine Fristverlängerung von maximal 12 weiteren Monaten. Die sieben geschlossenen Fonds im Test sind derzeit noch im ersten Jahr der Schließung, somit ist noch alles möglich.
Bisher wurden bei den so genannten Geldmarktfonds deutlich geringere Regulierungsmaßnahmen zum Teil wesentlich geringe Anforderungen durch die Aufsichtsbehörden gestellt als bei vielen anderen Produkten. Beim Internationalen Währungsfonds macht sich nun aber dafür stark, dass diese besondere Behandlung der Geschichte angehören sollte. Ein Aspekt, bei dem der IWF für ein Umdenken plädiert, bezieht sich darauf, wie die Fondsanbieter aufgestellt sind. Geht es nach den Experten des IWF, müssten die Institutionen zukünftig in ähnlicher Form wie Banken arbeiten, dazu gehört auch eine bessere Regulierungsmöglichkeit durch die Aufsichtsbehörden.
Der Gedanke ist nachvollziehbar: Alle Unternehmen, die durch ihre Dienstleistungen und Produkte für das Finanzsystem einen Risikobeitrag bringen, sollten in gleicher Weise von nationalen oder internationalen Einrichtungen reglementiert werden können, so die Forderungen des IWF in seinem so genannten Globalen Finanzstabilitätsbericht. Mit den Ansätzen trägt der Internationale Währungsfonds vor allem einem Punkt endlich Rechnung: Die Geldmarktfonds mit Sitz in den USA hatten nachweislich einen nicht unwesentlichen Beitrag am Ausbruch der Finanzkrise, da sie weitestgehend unkontrolliert arbeiten konnten und schrittweise aus den Fonds Mittel in beträchtlichem Ausmaß abgeflossen waren.
Nach Auffassung der IWF-Analysten wäre ein möglicher Schritt, dass bei den Fonds schon bald wahlweise über die Bankenaufsichten interveniert werden könnte. Für denkbar halten die Experten auch die Pflicht für die Geldmarktfonds, in regelmäßigen Abständen ihren Substanzwerts mitteilen zu müssen. Für unerlässlich hält der IWF eine neue Methode für die Präsentation der Bilanzen der Fonds. Von jetzt auf gleich soll die Umstellung aber nicht erfolgen. Der IWF setzt diesbezüglich eher auf einen langsamen Übergang.
Zeitweise ließen die Äußerungen aus Umfeld der Europäischen Zentralbank nicht unbedingt darauf schließen, dass man vor Ort damit einverstanden wäre, einen europaweiten Währungsfonds zur Stabilisierung der kontinentalen Binnenwirtschaft ins Leben zu rufen. Nun klingen die Stimmen aus Frankfurt aber doch deutlich friedlicher als zunächst angenommen. Jean-Claude Trichet, der Präsident der EZB, wies Pläne in diese Richtung nicht grundsätzlich von sich.
Jedoch gab der Experte auch nicht grundsätzlich grünes Licht für das Vorhaben. Vielmehr benötige man zur Einschätzung des Projektes weitere Hintergrundinformationen. Was bisher über den vermeintlichen Fonds bekannt ist, reiche nicht aus, um sich ein ausreichendes Bild zu machen. Zudem hält Trichet den gewählten Titel „Währungsfonds“ für eine wenig dienliche Namenswahl. Denn nach allem, was bis jetzt bekannt ist, würde es sich nicht um ein Finanzinstrument handeln, das als Stütze des Euro oder der anderen europäischen Währungen dienen soll.
Eher gehe es letztlich darum, ein generelles Mittel für mehr wirtschaftliche und finanzielle Stabilität zu entwickeln. In gewisser Weise fällt der EZB-Präsident Trichet mit seiner Stellungnahme seinem eigenen Chefvolkswirt Jürgen Stark in den Rücken. Selbiger hatte sich erst am Dienstag dieser Woche relativ deutlich gegen das Modell eines Europäischen Währungsfonds (kurz: EWF) ausgesprochen, weil mit dem System ein Finanzausgleich in Europa entstehen würde, der seiner Auffassung nach vor allem hohe Kosten verursachen würde.
Die Ankündigung kam schon vor einiger Zeit: Der IFW, der Internationale Währungsfonds, hat seinerseits das Format der Anleihen für sich entdeckt. Das Gesamtvolumen der IWF-Bonds ist bisher nicht bekannt. Erstes Interesse allerdings ist bereits aus der Volksrepublik China zu vernehmen gewesen. Dort möchte man Anleihen für rund 50 Milliarden US-Dollar erstehen.
Laut aktueller Meldungen haben die Experten des IWF nun Richtlinien festgelegt, nach denen die Premiere in Sachen Anleihe vonstatten gehen soll. Anleger, die sich für den Einstieg im Rahmen der Emission entscheiden, ist an eine Laufzeit von fünf Jahren an die Investition gebunden. Allerdings ist die Geldanlage natürlich ohnehin nichts. Gedacht ist das Format als Handelsoption für das interne Geschäft der internationalen Zentralbanken.
Die Einnahmen aus der Emission der Anleihen sind für einen guten Zweck gedacht. Mit den Einnahmen sollen höhere Ausgaben für arme Regionen der Welt gegenfinanziert werden, um den notwendigen strukturellen Wandel in vielen Ländern herbeizuführen. So sollen die Länder über die Hilfe zur Selbsthilfe wirtschaftliche Probleme schneller überwinden können mithilfe der Milliardensummen aus dem Erlös der IWF-Anleihen.
Mit diesem Hinweis haben schon mehrfach die Probleme für die Investoren erst richtig begonnen. So mussten sich die Anleger im Falle der isländischen Kaupthing Edge Bank immer wieder vertrösten lassen, bis die endgültigen Rückzahlungen stattfanden. Nun gibt es Meldungen darüber, dass bei geschlossenen Immobilienfonds, die von vielen deutschen Investoren genutzt wurde, wenigstens einstweilen keine Liquidität gegeben ist.
Auszahlungen seien momentan nicht möglich. Diese schiebt man vielfach auf die ausstehenden Zahlungen der Käufer, denn viele der Fondsmodelle haben mit dem Jahreswechsel auch den Eigentümer gewechselt. Eingefroren wurde das Kapital schon vor Monaten auch bei vielen deutschen Fonds, weil der Wunsch nach Auszahlung des Kapitals vonseiten der Anleger in vielen Fällen zu einem Zusammenbruch des Fonds-Systems geführt hätte.
Gerade jedoch bei den geschlossenen Immobilienfonds fürchten viele Anleger um ihr Kapital, weil im Falle des Falles jeder einzelne Cent verloren sein könnte. Dabei betrachteten Experten für Fonds-Angebote gerade die Angebote aus dem arabischen Raum als relativ sicher an wegen der reichhaltigen finanziellen Rücklagen, die dort meist vorliegen. Schlimmstenfalls könnte sich bestätigen, dass skeptische Beobachter Recht behalten und es sich bei den Immobilienfonds aus Dubai um ein Schneeballsystem handelt.
Wenn in zuletzt gut aufgestellten Bereichen schrittweise die Renditen sinken, suchen sich die Anleger gewohnheitsmäßig wieder neue Produkte auf dem Finanzmarkt, mit denen sich besser und schnell Geld verdienen lässt. Einmal mehr scheint dies aktuell der Fall zu sein. Jetzt, da allmählich die Renditen bei Festgeld und Tagesgeld kaum noch erwähnenswert sind in Bereichen um durchschnittlich nicht viel mehr als 2 Prozent, rücken plötzlichwieder Investmentfonds und Aktienfonds ins Interesse der renditehungrigen Anleger.
Laut Umfragen und Erhebungen gilt diese Entwicklung inzwischen sowohl für die privaten als auch gewerbliche Investoren. Vergessen für viele die Tatsache, dass insbesondere auch diese Anlageformen realistisch betrachtet entscheidenden Einfluss auf den Verlauf und das Tempo der Finanz- und Immobilienkrise hatten. Doch früher oder später verliert Sicherheit für die Anleger ihren Reiz.
Wer Geld hat, möchte messbare Rendite erzielen, dabei ist mancher auch zu einigem Risiko bereit. Wichtig vor allem für die privaten Sparer, die nun langsam wieder mit Fonds ihr Glück versuchen möchten, ist ein Vorgehen, das sich statt ausschließlich auf Gewinne und Rendite auch auf Transparenz Wert legen. Sonst beginnt der Kreislauf zügig wieder von vorne.
Mittwoch, November 3, 2010
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