Glaubt man Arbeitsmarktexperten, wird sich der Trend der vergangenen Jahre auch in Deutschland in den kommenden Jahren noch deutlich stärker erkennen lassen. Immer öfter werden Arbeitnehmer nur noch mit befristeten Verträgen angestellt. In gewisser Weise haben viele Arbeitgeber in der Finanz- und Wirtschaftskrise endlich das ersehnte Argument gefunden, um noch stärker als ohnehin bereits üblich von der Ausstellung fester Arbeitsverträge abzurücken.
Laut einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes war im Jahr 2008 bereits gut jeder elfte Arbeitnehmer hierzulande befristet beschäftigt. Dies war den Aufstellungen aus dem so genannten Mikrozensus zu entnehmen. Das sind insgesamt rund 8,9 Prozent der Beschäftigten – für Deutschland ist dies der höchste Stand seit 1991. Dabei sind viele Arbeitnehmer wie Azubis oder solche Mitarbeiter, die ihrer Tätigkeit nur als Nebenjob ausüben, in den 2,7 Millionen befristeten Berufstätigen gar nicht aufgeführt. Dies Wiesbadener Statistiker wissen noch mehr: Vor allem Arbeitnehmer jüngeren Alters und ausländische Arbeitnehmer werden von den Unternehmen gerne befristet eingestellt.
Außerdem liegt die Zahl in Arbeitsbereichen des Dienstleistungssektors erwartungsgemäß höher als in weniger saisonabhängigen Branchen. Übrigens suchten nur etwa 2,5 Prozent der Arbeitnehmer selbst explizit eine befristete Stelle. 28,3 Prozent der Berufstätigen äußerten jedoch, keine Stelle mit dauerhafter Beschäftigung finden zu können. rund ein Fünftel der befristeten Arbeitsverträge sind Verträge zur Probezeit.
Noch vor rund zwei Wochen war davon die Rede, dass man Griechenland vor allem moralisch und politisch, aber eher nicht finanziell helfen wolle. Nun scheint die aber die Einsicht vorzuherrschen, dass nicht-monetäre Hilfe nicht ausreichend wäre, um dem maroden Staatshaushalt wieder auf die Beine zu helfen. Und so einigen sich die Finanzminister der Länder der so genannten Eurozone auf einen gemeinsamen Notfallplan, der nun für den Fall der Fälle auch Finanzhilfen für das verschuldete Griechenland beinhalten könnte.
Dass es zu Kreditleistungen kommen wird, ist allerdings keineswegs sicher. Denn die Athener Regierung müsste zu diesem Zweck erst einmal um Unterstützung aus den anderen Euro-Ländern bitten. Wichtig sei das gemeinsame Unterfangen der Nationen aber dennoch, so Jean-Claude Juncker, der Chef der Eurogruppe. Nur durch eine einheitliche Lösung sei garantiert, dass man im Bedarfsfall zügig reagieren und handeln kann. Für denkbar halten die Finanzminister in ihrer Absprache, dass Griechenland von anderen Ländern der Währungsunion Kredite auf bilateralem Wege erhalten könnte.
Garantien für weitere Darlehen soll das Bündnis aber nicht übernehmen. Wie genau diese Darlehensregelungen im Einzelnen aussehen könnten, sollen die 16 Chefs der Regierungen in den Euro-Ländern Ende des Monats bei ihrem Gipfeltreffen entscheiden und festlegen. Die aktuellen Spekulationen der Experten gehen von einem Kreditvolumen in Höhe von 25 oder mehr Milliarden als Gesamtsumme für die Hilfsleistungen an Griechenland aus. Dies jedoch wäre möglicherweise nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn die griechischen Schulden belaufen sich auf mehr als 300 Milliarden Euro.
Erst gestern hatte die Bundesregierung angekündigt, weitere Konjunkturmaßnahmen mit dem Ziel einer wirtschaftlichen Stabilisierung auf den Weg bringen zu wollen. Dazu gehörten auch Spitzengespräche zwischen Vertretern der Regierung der Wirtschaft allgemein und der Bankenbranche. Im Rahmen dieser Gespräche ging es vor allem auch darum, wie man gemeinsam einer Versorgungsproblematik bei der Kreditvergabe in ganz Deutschland vorbeugen könne. In einem Punkt waren sich die Gesprächsteilnehmer einig: Die Vermeidung einer Kreditklemme in Deutschland ist keineswegs ein Thema, für das nur die Banken oder nur die Politik verantwortlich sein kann.
Gemeinsam müsse man der Herausforderung der momentanen Wirtschaftslage entgegentreten, so der sinngemäße Inhalt der Abschlusserklärung am gestrigen Tage in der Bundeshauptstadt. Eine massive Einmischung der Politik ist trotz dieser Meinungseinigkeit aber erst einmal nicht zu erwarten. Weitere Instrumente will die Regierung zunächst nicht zum Einsatz bringen, vielmehr sollen die deutsche Güterwirtschaft und die Kreditbranche einstweilen auf eigene Initiative hin Gegenmaßnahmen einsetzen. Lob gibt es von Seiten der Bundesregierung für die Bemühungen der Spitzenverbände und der Kreditwirtschaft.
Ebenso sichert die Politik über Wirtschaftsminister Brüderle Rückendeckung an, sollten die gewählten Maßnahmen nicht ans Ziel der Kreditsicherung führen in den kommenden Monaten. Bisher sieht der Minister jedoch eher partielle Kreditengpässe, eine generelle Problematik sei nicht zu erkennen. Brüderle sieht diesbezüglich zunächst die Banken in der Verantwortung. Diese sollten großzügiger als bisher Finanzhilfen bereitstellen, vor allem im Mittelstand stehe derzeit nicht alles zum Besten.
Dass die deutsche – und die weltweite nicht minder – Wirtschaft längst nicht über den Berg ist nach der Finanzkrise, werden viele Experten nicht müde zu betonen. Auch bei der Bundesregierung ist man dieser Ansicht, so dass nun an verschiedenen Stellen weitere Hilfsprogramme auf den Weg gebracht werden, um vor allem die Unternehmen im Lande stärker zu entlasten. Dazu gehört unter anderem eine Verlängerung der bestehenden Kurzarbeits-Regelungen.
Ursprünglich sollte die Bundesagentur für Arbeit nur bis zum Ende dieses Jahres für die Sozialbeiträge aufkommen, die sonst von den Unternehmen für die Kurzarbeiter entrichtet werden müssten. Und soll diese Maßnahmen aber möglicherweise bis Ende des kommenden Jahres fortgeführt werden, wie unter anderem Aussagen der Kanzlerin und ihrer Arbeitsministerin Ursula von der Leyen durchblicken lasen. Des Weiteren will die Koalition wohl ein Garantiemodell ausarbeiten, mit dem man für eine bessere Kreditvergabe von Seiten der deutschen Banken sorgen will.
Ein so genanntes Mini-Konjunkturprogramm soll bereits vor den bevorstehenden Wahlen in NRW weitere Entlastungen für die Wirtschaft bringen. Was die Kurzarbeit angeht, wird es aber nicht durchweg leichter für die Unternehmen. Fernab der Staatsgarantien könnte auch die Förderbank KfW für angeschlagene Privatbanken übernehmen, außerdem diskutiert man derzeit Kreditverbriefungen als finanzielle Hilfe für die Wirtschaft. So will die Arbeitsministerin parallel auch Maßnahmen zur Verschärfung in Angriff nehmen. Ist der Antragsteller bspw. ein Großkonzern, soll das Kurzarbeitergeld künftig nicht prinzipiell für alle Mitarbeiter gezahlt werden, wenn nur einige Bereiche des jeweiligen Unternehmens betroffen sind.
Kaum hat die Volksrepublik China dem deutschen Exportunternehmen den Titel des Exportsweltmeisters auch offiziell abgenommen, kommen schon die nächsten schlechten Nachrichten für die Exporteure im Lande. Die Stellung der exportierenden Unternehmen aus Deutschland hat in den vergangenen Monaten weiter negative Entwicklungen miterleben müssen. So ist das Gesamtvolumen der Ausfuhren aus deutschen Landen seit Anfang des Jahres 2010 um drastische 6,3 Prozent zurückgegangen. Zwar hatten Branchenkenner mit einer Verschlechterung gerechnet, mit diesem Ausmaß hatten Analysten aber doch nicht gerechnet.
Das Ergebnis wird umso unangenehmer, wenn man die Entwicklungen beim Konkurrenten China in der gleichen Zeitspanne betrachtet. Denn dort kann man den Vorsprung im Export auch weiterhin ausbauen. In Deutschland war das Minus beim Export zuletzt zu Beginn des Jahres 2009 so deutlich. Im Vorjahresvergleich jedoch präsentiert sich die Lage wenigstens etwas entspannter. So legte der Januar dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahresmonat minimal um 0,2 Prozentpunkte zu, so die Auswertungen des Statistischen Bundesamtes. Mit einem Wachstum von 45,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steht China aber ohne Frage konkurrenzlos an der Spitze der Exportnationen.
Zuletzt erreichte das Reich der Mitte im Jahr 2007 ähnlich gute Verbesserungen. Überraschend sind die Zahlen auch für die Experten. Sie hatten China ein Wachstum im Export von maximal 40 Prozent zugetraut. Für Deutschlands Export hatte man ein Plus von 0,8 Prozent prognostiziert. Vor allem innerhalb der EU verloren die deutschen Exporteure (1,1 Prozent), dafür bringt man es im restlichen Ausland auf ein durchschnittliches Plus von 2,5 Prozent. Wie genau es zu diesen unerwarteten Verschlechterungen kommen konnte, ist selbst manchem Insider nicht wirklich klar.
China gilt derzeit als die Nation, die durch Import und Export den größten Beitrag zur Erholung der weltweiten Wirtschaftsleistungen beiträgt. Dabei wird nur allzu gerne vergessen, dass auch in China keineswegs alles zum Besten steht. Denn die nötigen Investitionen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise sind erheblich. So wurde zum Ende der Woche bekannt gegeben, dass auch im Jahr 2010 erneut eine Erhöhung der Ausgaben nötig ist, um das angestrebte Wachstum aufrecht erhalten zu können. angedacht sind zudem umfangreiche Maßnahmen, die zu einer Neuausrichtung der chinesischen Wirtschaft führen sollen, um diese zukünftig für Krisen weniger anfällig zu machen.
Als Wachstumsziel äußerte Chinas Regierungschef Wen Jiabao einen Wert von etwa acht Prozent für 2010. Noch – so heißt es in einem Rechenschaftsbereich Wen Jiabaos – sei der Aufschwung nur durch zusätzliche Investitionen zu garantieren. Da die Staatseinnahmen jedoch nicht das gewünschte Maß erreichen konnten, muss auch China erneut ein Rekorddefizit für den Staatshaushalt in Kauf nehmen, um die Ausgaben vornehmen zu können. Als weitere Sicherungsmaßnahme für stetes Wachstums wird die Regierung die bisherige lockere Geldpolitik fortsetzen.
Angestrebt wird für 2010 eine maximale Verteuerung von drei Prozent im Bereich der Verbraucherpreise. So soll die Konsumbereitschaft der Bürger gesichert werden. Zudem will man Maßnahmen ergreifen, um die steigenden Preise auf dem Immobilienmarkt unter Kontrolle zu bekommen. Die Haushaltsausgaben in 2010 sollen um insgesamt 11,4 Prozent höher ausfallen als im vergangenen Jahr. Das Defizit Chinas wird am Ende so hoch sein wie seit 1949 nicht mehr mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet rund 113 Milliarden Euro.
Mittwoch, März 17, 2010
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